Syrische Clan-Kriminalität in Sachsen: LKA schlägt Alarm bei organisierten Strukturen
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Polizei und Ermittlungsbehörden im Kampf gegen organisierte kriminelle Strukturen.
Syrische Clans festigen Macht in Sachsen
Elf Jahre nach der Flüchtlingswelle von 2015 haben sich kriminelle Strukturen syrischer Clans in Sachsen etabliert. Allein im Raum Leipzig schätzen die Behörden die Szene auf bis zu 1000 Personen. Im Zentrum des Geschehens stehen vier Großfamilien, die durch schwere Straftaten und systematischen Sozialbetrug auffallen.
Raiko Märtins, Leiter des Dezernats Organisierte Kriminalität im LKA Sachsen, führt dort die „Task Force Clan“. Im Gespräch macht er das Ausmaß deutlich: Die Palette der Delikte reicht von Rauschgifthandel und Geldwäsche über Steuerdelikte bis hin zu Schleusungskriminalität und Urkundenfälschungen. Auch der Missbrauch von Bürgergeld gehört zum festen Geschäftsmodell.
Die Dominanz syrischer Gruppen ist statistisch belegt: Mit rund 36.300 Menschen (Stand Ende 2025) stellen Syrer die größte Ausländergruppe im Freistaat. Migranten aus Afghanistan oder dem Irak spielen im Kontext der Clankriminalität in Sachsen hingegen eine untergeordnete Rolle.
Strohmänner und versteckte Hierarchien
Die Polizei beobachtet in Leipzig, dass sich die Kriminellen zunehmend in den legalen Wirtschaftskreislauf drängen. Viele Mitglieder betreiben unter Strohmann-Systemen Gewerbe, wie Spätverkäufe oder Bars, um dort im Hintergrund ihre illegalen Geschäfte abzuwickeln.
Besonders die Familie A. steht im Fokus der Ermittler. Ein prominentes Beispiel verdeutlicht die hierarchische Struktur: Ein Oberhaupt ist nach islamischem Recht mit drei Frauen verheiratet, hat 32 Kinder und mindestens 25 Enkelkinder. Etwa zwei Drittel dieser Sippe sind bereits polizeilich in Erscheinung getreten – teils mehrfach und wegen schwerster Delikte.
Gewalt als Machtdemonstration
Die Respektlosigkeit gegenüber dem Rechtsstaat zeigt sich immer wieder. So hinterließ Bilal A., der 2023 bei einem illegalen Autorennen vier Menschen tötete, nach einer weiteren Straftat das Graffiti „King Bilal“ an einer Waschanlage. Seine Halbbrüder Mohamed und Rami A. sind ebenfalls wegen Körperverletzung und Drogenhandels vorbestraft.

Richter und Ermittler sprechen von „Parallelgesellschaften ohne jedes Integrationsbemühen“. Innerhalb der Familien wird das deutsche Justizsystem verachtet; stattdessen werden Konflikte über eigene Friedensrichter gelöst. „Kein Clan-Mitglied sagt gegen seine Familie aus“, berichtet Märtins über die Schwierigkeiten bei der Beweisführung.
Der administrative Ansatz: Null-Toleranz
Seit Oktober 2023 bündelt die „Task Force Clan“ die Kompetenzen von Polizei, Zoll, Finanzamt und Ausländerbehörden. Ziel ist es, den Clans die ökonomische Basis zu entziehen. Dazu gehören Kontrollen von Barbershops und Shishabars sowie der Abgleich von Sozialleistungsdaten, um Doppelbezüge durch Scheingeschäfte aufzudecken.
Neben Leipzig ist Chemnitz ein weiterer Schwerpunkt, dort vermehrt mit Strukturen aus dem Roma-Milieu. LKA-Experte Märtins fordert eine konsequente Linie: „Wir brauchen eine Null-Toleranz-Strategie. Wir müssen selbst kleinste Verstöße ahnden, um zu signalisieren, dass der Rechtsstaat hier die Grenzen setzt.“
Die kriminellen Gewinne, etwa durch Paletten-Handel oder Rauschgift, gehen in die Millionen. Ein Teil des Geldes wird ins Ausland geschafft, teils in Immobilien investiert. Für das LKA Sachsen bleibt der Druck auf diese Netzwerke eine Daueraufgabe, um eine weitere Verfestigung der Strukturen im Freistaat zu verhindern.
