Tabaksteuer auf E-Zigaretten: Koalition plant Anhebung auf 35 Cent pro Milliliter ab 2027
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Tabaksteuer auf E-Zigaretten: Koalition plant Anhebung auf 35 Cent pro Milliliter ab 2027
Koalition plant stärkere Steuererhöhung für Liquids ab 2027
Nutzer von E-Zigaretten müssen sich ab 2027 auf spürbar höhere Kosten beim Kauf von Nachfüllflüssigkeiten einstellen. Während eine Anpassung der Tabaksteuer im Bundestag grundsätzlich beschlossen ist, gehen die Parlamentsfraktionen über die bisherigen Pläne der Bundesregierung hinaus.
Das Bundesfinanzministerium hatte ursprünglich eine Anhebung um einen Cent auf 33 Cent pro Milliliter zum Januar 2027 vorgeschlagen. Die Koalitionsfraktionen aus CDU/CSU und SPD peilen nun jedoch einen Aufschlag um drei Cent auf insgesamt 35 Cent pro Milliliter an.
Preisanstieg an den Kassen
Da auf den Steueraufschlag zusätzlich die Mehrwertsteuer von 19 Prozent erhoben wird, fällt die tatsächliche Verteuerung für Verbraucher höher aus. Nach Berechnungen des Verbands Bündnis für Tabakfreien Genuss (BfTG) verteuert sich eine handelsübliche 10-Milliliter-Flasche, die derzeit rund 12 Euro kostet, um etwa 36 Cent.
Das entspricht einem direkten Preisanstieg von rund drei Prozent für die Vaping-Flüssigkeiten.
Branche warnt vor Einbrüchen und Schwarzmarkt
Die Pläne stoßen in der Vaping-Wirtschaft auf scharfe Kritik. BfTG-Verbandsvorsitzender Dustin Dahlmann verweist darauf, dass die Steuer auf Liquids erst kürzlich um sechs Cent auf aktuell 32 Cent pro Milliliter angehoben wurde.
Infolge der vergangenen Preissteigerungen sei der Schwarzmarktanteil bereits von schätzungsweise 40 auf 50 Prozent angewachsen. Ein erneuter Steueraufschlag werde diesen Trend weiter befeuern und die Nachfrage im regulierten Fachhandel schwächen.
Zudem rechnet der Verband mit verfehlten Einnahmezielen für den Fiskus. Bereits nach der Tabaksteuerreform von 2022 kalkulierte das Finanzministerium für 2025 mit Einnahmen von 520 Millionen Euro aus E-Zigaretten, erzielte letztlich jedoch nur 403 Millionen Euro.
Gesundheitsrisiken und Debatte um Schadstoffe
Beim Dampfen werden aromatisierte Flüssigkeiten erhitzt und inhaliert. Laut der Debra-Umfrage der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf konsumieren derzeit etwa drei Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren in Deutschland E-Zigaretten.
Branchenvertreter argumentieren, dass E-Zigaretten beim Umstieg von Tabakzigaretten helfen und deutlich weniger Schadstoffe freisetzen, da kein Verbrennungsprozess stattfindet. Mediziner und Krebsforscher mahnen dennoch zur Vorsicht, da das enthaltene Nikotin stark abhängig macht und die gesundheitlichen Langzeitfolgen der inhalierten Stoffe bislang nicht vollständig erforscht sind.
