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Tarif-Einigung in NRW: Bis zu 14,90 Euro Mindestlohn für 700.000 Beschäftigte

Belebte Hohe Straße mit Geschäften und Kunden in Köln Aktuelle News

Einkaufsstraße in Köln während des regulären Geschäftsbetriebs.

Nach monatelangen Arbeitskämpfen und mehreren Streikwellen steht im nordrhein-westfälischen Einzelhandel eine Tarifeinigung fest. Rund 700.000 Beschäftigte in NRW profitieren von steigenden Löhnen mit einer Gesamtlaufzeit von 25 Monaten.

Belebte Hohe Straße mit Geschäften und Kunden in Köln.
Belebte Hohe Straße mit Geschäften und Kunden in Köln.

Stufenweise Lohnerhöhung und neuer Mindeststundenlohn

Die Einigung zwischen der Gewerkschaft ver.di und den Handelsverbänden sieht zwei Erhöhungsschritte vor. Rückwirkend zum 1. August 2026 steigen die Entgelte um drei Prozent, bevor im Mai 2027 ein weiteres Plus von zwei Prozent folgt.

Besondere Anpassungen gibt es bei den unteren Einkommensgruppen. Der tarifliche Mindeststundenlohn klettert rückwirkend ab August 2026 auf 14,20 Euro und erreicht im Mai 2027 die Marke von 14,90 Euro. Auch die Ausbildungsvergütungen steigen entsprechend an.

Die wichtigsten Eckdaten des Abschlusses

  • Rückwirkend ab August 2026: 3,0 Prozent mehr Gehalt (Mindeststundenlohn: 14,20 Euro)
  • Ab Mai 2027: Weitere 2,0 Prozent mehr Gehalt (Mindeststundenlohn: 14,90 Euro)
  • Gesamtlaufzeit: 25 Monate

Kompromiss nach fünf Verhandlungsrunden

Der Durchbruch gelang erst am Mittwoch, den 26. August 2026, in der fünften Verhandlungsrunde. Zuvor lagen die Positionen der Tarifparteien weit auseinander.

Verdi Warnstreik in Bochum
Verdi-Warnstreik im Einzelhandel in Bochum.

Ver.di war ursprünglich mit der Forderung nach sieben Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 225 Euro monatlich, in die Gespräche gegangen. Die Arbeitgeberseite hatte zunächst 3,5 Prozent bei einer Laufzeit von 24 Monaten angeboten.

„Wir haben in harten Verhandlungen ein Ergebnis erreicht, das den Beschäftigten spürbare Entgeltsteigerungen bringt“, erklärte ver.di-Verhandlungsführerin Henrike Eickholt zum Abschluss.

Dem Kompromiss gingen massive Streiks in NRW voraus. Beschäftigte großer Filialisten wie H&M, Zara und Primark hatten nach dem Scheitern der vierten Verhandlungsrunde Ende Juni mehrfach die Arbeit niedergelegt.

Mögliche Signalwirkung für das gesamte Bundesgebiet

Der Tarifabschluss in Nordrhein-Westfalen ist das erste regionale Ergebnis der bundesweiten Verhandlungsrunde, die rund 5,2 Millionen Beschäftigte im deutschen Handel umfasst. Sowohl die Gewerkschaft als auch Handelsverbände gehen von einer Leitfunktion für die weiteren Tarifgebiete aus.

In anderen Bundesländern gestalten sich die Gespräche weiterhin schwierig. So wurden die Verhandlungen für die rund 240.000 Beschäftigten im hessischen Einzel- und Versandhandel am 25. August 2026 vorerst ohne Ergebnis vertagt.