Zum Inhalt springen
On Air Festival

Telekom stellt 1,3 Millionen Festnetzanschlüsse um: Neue Tarife kosten bis zu 32 Euro

Ein klassisches Festnetztelefon Aktuelle News

Rund 1,3 Millionen reine Festnetzkunden der Telekom stehen vor einem Technologiewechsel.

Die Deutsche Telekom nimmt bis Ende 2028 grundlegende Änderungen an ihrem Festnetz vor. Betroffen sind rund 1,3 Millionen Kunden, die ausschließlich einen Telefonanschluss ohne Internetzugang nutzen.

Ein Festnetztelefon (Symbolbild)
Ein Festnetztelefon auf einer Ablage.

Die betroffenen Anschlüsse basieren auf der veralteten „MSAN-POTS“-Technik, die einst als Übergangslösung bei der Umstellung auf reine IP-Netze diente. Da diese Kupferinfrastruktur anfällig für Störungen und im Unterhalt teuer ist, wird sie vollständig stillgelegt.

Ersatz über das LTE-Mobilfunknetz

Als Nachfolgelösung setzt der Konzern auf das Produkt „Call Connect via Funk“. Die dafür benötigte Telefonbox wird direkt an eine Steckdose angeschlossen und stellt die Verbindung über das LTE-Netz her.

Kunden können ihr bisheriges Telefon über eine integrierte TAE-Buchse weiterverwenden. Ein zentraler Vorteil des Systems: Die gewohnte Festnetznummer wird auch bei ausgehenden Telefonaten weiterhin übermittelt.

Preislich startet der Tarif bei knapp 23 Euro monatlich für 120 Freiminuten. Eine Festnetz-Flatrate schlägt mit 32,45 Euro pro Monat zu Buche. Hinzu kommen Gerätekosten für die Funkbox von rund vier Euro monatlicher Miete oder einem Einmalpreis von knapp 100 Euro.

Verdopplung der Kosten bei fehlendem Mobilfunkempfang

Steht am Wohnort kein ausreichendes LTE-Signal zur Verfügung, verweist die Telekom auf leitungsgebundene Anschlüsse. In diesem Fall müssen Kunden auf reguläre DSL- oder Glasfasertarife ausweichen.

Der Einstiegstarif MagentaZuhause S kostet monatlich 38,95 Euro, zuzüglich 7,95 Euro für den Router. Auf das Jahr gerechnet summiert sich dies auf rund 560 Euro. Bei Glasfaseranschlüssen steigen die Gesamtkosten auf etwa 650 Euro jährlich, was für reine Telefonkunden eine Verdopplung der bisherigen Ausgaben bedeuten kann.

Marktvergleich und Sparpotenziale

Verbraucherschützer und Tarifexperten stufen das Telekom-Angebot als vergleichsweise teuer ein. Reine Allnet-Flatrates auf Mobilfunkbasis sind im Handel bereits ab rund fünf Euro monatlich erhältlich.

  • Klassische Tischtelefone mit integriertem SIM-Kartenslot gibt es ab rund 70 Euro im freien Handel.
  • Neugeräte müssen zwingend den 4G- (LTE) oder 5G-Standard unterstützen, da das ältere 2G-Netz bis 2028 ebenfalls abgeschaltet wird.
  • Alte Telefone mit Impulswahlverfahren (Wählscheibe) sind mit den neuen Funkboxen technisch nicht mehr kompatibel.

Laden Sie sich unseren umfangreichen Energiespar-Ratgeber kostenlos als PDF herunter.
Hinweis auf zusätzliche Ratgeber-Themen.

Besondere Vorsicht bei Hausnotrufsystemen

Besondere Aufmerksamkeit erfordern Notrufsysteme für Senioren. Nutzer solcher Anlagen müssen vor einer Vertragsumstellung prüfen lassen, ob ihre Signalgeber mit der LTE-Funkbox fehlerfrei kommunizieren.

Die Telekom kündigt an, alle betroffenen Haushalte mehrfach schriftlich und telefonisch zu kontaktieren. Wer auf die Schreiben nicht reagiert und keinem neuen Tarif zustimmt, verliert seinen Anschluss: Der Anbieter kündigt die alten Verträge schrittweise auf.