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Thronfolge in Liechtenstein: Historische Reform öffnet Weg für Erbinnen

Prinz Hans Adam II von und zu Liechtenstein, Kronprinz Alois, Prinzessin Sophie, Prinz Joseph Wenzel, Prinzessin Marie Caroline und Prinz Nikolaus. Aktuelle News

Fürst Hans-Adam II. und die Erbprinzenfamilie bei einem offiziellen Anlass.

Das Fürstentum Liechtenstein hat die Regeln zur Thronfolge grundlegend modernisiert. Anlässlich des Staatsfeiertags am 15. August gab Erbprinz Alois von und zu Liechtenstein bekannt, dass das dynastische Recht an den Zeitgeist angepasst wurde.

Künftig gilt das Prinzip der Erstgeburt: Nicht mehr der erstgeborene Sohn, sondern das erstgeborene Kind erbt den Thron. Damit ebnet das Fürstenhaus den Weg für eine weibliche Thronfolge im Alpenstaat.

Keine unmittelbaren Auswirkungen auf die Erbfolge

Trotz dieser weitreichenden Änderung wird in absehbarer Zeit keine Frau den Fürstenthron besteigen. Die aktuelle Konstellation bleibt stabil: Seit 1989 regiert Fürst Hans-Adam II., während sein Sohn Alois seit 2004 die offiziellen Amtsgeschäfte führt.

Der designierte Nachfolger bleibt der 1995 geborene Joseph Wenzel Maximilian Maria, das älteste Kind von Erbprinz Alois und Erbprinzessin Sophie. Die Änderung der Thronfolge findet erst für künftige Generationen Anwendung.

Bestandsmitglieder bleiben unberücksichtigt

Das Fürstenhaus stellte klar, dass bereits geborene Mitglieder der Familie von der Neuregelung ausgeschlossen sind. Das bedeutet, dass Prinzessin Marie Caroline von und zu Liechtenstein durch den Erlass nicht in der Rangfolge aufrückt.

Thronfolge in Liechtenstein: Historische Reform öffnet Weg für Erbinnen

Die Änderung gilt exklusiv für den Nachwuchs der Kinder von Erbprinz Alois und Erbprinzessin Sophie. Damit ist sichergestellt, dass die geltende Erbfolge für die derzeitige Generation Bestand hat.

Hintergrund zum Fürstentum

Die Geschichte des Fürstenhauses ist eng mit Niederösterreich verknüpft, von wo aus die Familie stammt. Um das Jahr 1700 erwarb die Familie das Gebiet des heutigen Liechtenstein.

Heute umfasst das Fürstentum etwa 40.000 Einwohner. Obwohl das Land nicht Mitglied der Europäischen Union ist, ist es fest in den Europäischen Wirtschaftsraum sowie den Schengen-Raum integriert.