Tödliche Gefahr im Wasser: Warum Blaualgen für Hunde zur tödlichen Falle werden
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Blaualgen können für Hunde bei Kontakt oder Verschlucken tödlich enden.
Dürre, Hitze und sinkende Pegelstände verwandeln viele Gewässer in gefährliche Brutstätten. Was für Menschen meist unangenehme Hautreizungen oder Magen-Darm-Probleme bedeutet, kann für Hunde innerhalb weniger Stunden zum Tod führen. Die Tiere nehmen die Toxine beim Schwimmen durch Trinken oder das anschließende Ablecken des Fells in hochkonzentrierter Form auf.
Todesfälle durch Cyanobakterien
Vor einigen Wochen lösten Blaualgen in der Donau bei Kelheim Alarm aus. Mehrere Hunde erkrankten nach dem Schwimmen, einer davon verstarb. Wasserproben bestätigten das Vorkommen von Cyanobakterien, wenn auch nicht in massenhafter Ausbreitung. Dennoch mahnten die Behörden zur Vorsicht und rieten vom Baden sowie vom Tränken der Tiere ab.
Die Liste der Vorfälle in Deutschland ist lang: Im August 2020 starben mindestens drei Hunde am Greifswalder Bodden. Weitere Todesfälle wurden in den Folgejahren am Berliner Tegeler See (2017) sowie 2019 am Mandichosee bei Augsburg registriert.
Aktuelle Badewarnungen gelten derzeit für zahlreiche Gewässer, darunter der bayerische Altmühlsee, der Simssee, der Kleine See in Lindau, das Zwischenahner Meer, der Tollensesee und der Aartalsee in Hessen. Auch am Baggersee Breitengüßbach wurde kürzlich vor einer Belastung gewarnt.
Internationale Lage: Dürre in Irland
Das Problem ist nicht auf Deutschland beschränkt. Selbst das regenreiche Irland leidet aktuell unter einer „absoluten Dürre“. Am Lough Ree im Zentrum des Landes mussten Tierärzte mehrere Hunde behandeln, die nach dem Schwimmen verstarben. Auch in anderen irischen Seen, wie dem Camlough Lake oder dem Lough Neagh, ist die Situation durch Algenblüten kritisch.

Warum die Gefahr so groß ist
Blaualgen sind keine Algen, sondern Bakterien. Unter hoher Sonneneinstrahlung und Wassertemperaturen vermehren sie sich massenhaft und bilden Toxine wie Microcystin und Anatoxin. Die Symptome bei Hunden sind dramatisch: Speicheln, Erbrechen, Zittern und Orientierungslosigkeit treten oft nur 15 Minuten nach Kontakt auf. Es gibt kein spezifisches Gegenmittel; Tierärzte können lediglich versuchen, die Symptome zu lindern.
Verhaltensregeln für Hundehalter
Um das Risiko zu minimieren, sollten Besitzer bei sommerlichen Temperaturen wachsam bleiben:
- Optik prüfen: Trübes, bläulich-grün schimmerndes Wasser mit Schlieren deutet auf eine hohe Belastung hin. Wenn die eigenen Füße im knietiefen Wasser nicht mehr zu sehen sind, ist das ein Warnsignal.
- Schilder beachten: Gesundheitsämter informieren laufend über die aktuelle Wasserqualität.
- Gewässerwahl: Kleine, stehende Gewässer und flache Buchten mit wenig Wasserbewegung erwärmen sich am schnellsten und sind daher besonders gefährlich.
- Im Zweifelsfall: Lassen Sie den Hund nicht ins Wasser, wenn Sie unsicher über die Qualität sind.
- Erste Hilfe: Nach Kontakt den Hund sofort gründlich mit klarem Wasser abspülen und unbedingt verhindern, dass er sein Fell ableckt. Suchen Sie bei ersten Anzeichen sofort eine Tierklinik auf.
Obwohl Wissenschaftler noch erforschen, inwiefern der Klimawandel diese Zyklen langfristig verstärkt, ist eines sicher: Hitze und Trockenheit bilden kurzfristig das perfekte Milieu für diese tödlichen Bakterien.
