Trauerfeier für Ratko Mladić: EU verurteilt Ehrung des verurteilten Kriegsverbrechers in Belgrad
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Trauerfeier für Ratko Mladić: EU verurteilt Ehrung des verurteilten Kriegsverbrechers in Belgrad
In der serbischen Hauptstadt Belgrad haben die Feierlichkeiten zur Beisetzung des verurteilten Kriegsverbrechers Ratko Mladić begonnen. Die Europäische Union reagierte darauf mit deutlicher Kritik und verurteilte jede Verherrlichung von Kriegsverbrechern.

Belgrad, Serbien: Menschen gedenken des Kriegsverbrechers Ratko Mladić.
Ein Sprecher des Europäischen Auswärtigen Dienstes (EEAS) betonte in Brüssel, dass Revisionismus, Völkermordleugnung und die Ehrung von Kriegsverbrechern den grundlegenden europäischen Werten widersprechen. Derartige Handlungen hätten weder in der EU noch in Beitrittsländern einen Platz.
Diplomatische Konsequenzen für Serbien
Serbien besitzt seit 2012 den Status eines offiziellen EU-Beitrittskandidaten. Wegen des offiziellen Umgangs mit Mladićs Tod und der Gedenkveranstaltungen sagte EU-Erweiterungskommissarin Marta Kos einen geplanten Serbien-Besuch kurzfristig ab.
Der serbische Präsident Aleksandar Vučić wies die Vorwürfe und die internationale Kritik an den Trauerfeierlichkeiten zurück. Teile der serbischen Bevölkerung und Politik betrachten den früheren Militärführer weiterhin als Helden.
Eine Fahne mit dem Porträt von Ratko Mladić in Belgrad.
Hintergrund des UN-Tribunals
Mladić war der militärische Befehlshaber der bosnischen Serben während des Bosnienkrieges von 1992 bis 1995. Er starb am 27. August in einem Krankenhaus in Den Haag, wo er eine lebenslange Haftstrafe verbüßte.
Das UN-Kriegsverbrechertribunal hatte ihn wegen Völkermords, Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen rechtskräftig verurteilt.
Das Massaker von Srebrenica
Unter Mladićs direktem Kommando überrannten bosnisch-serbische Einheiten im Juli 1995 die damalige UN-Schutzzone Srebrenica. In den folgenden Tagen ermordeten seine Truppen rund 8000 muslimische Männer und Jungen.
Die EU erklärte ihre uneingeschränkte Solidarität mit den Hinterbliebenen und Überlebenden der Kriege im ehemaligen Jugoslawien. Brüssel fordere weiterhin aktive Schritte zur regionalen Aussöhnung auf dem westlichen Balkan ein.

