Trotz 2.000 Einsatzmöglichkeiten: Bei diesen 6 Dingen schadet WD-40 mehr als es nützt
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WD-40 gilt bei vielen Heimwerkern als Universallösung für festsitzende Teile und Schmutz.
Das Multifunktionsspray WD-40 steht in fast jeder Werkstatt und jedem Haushalt. Eine von Anwendern zusammengetragene Liste umfasst mehr als 2.000 Einsatzbereiche – vom Lösen verrosteter Schrauben über das Entfernen von Kleberesten bis hin zur Reinigung von Herdplatten.
Trotz der enormen Vielseitigkeit ist das Kriechöl keineswegs für jede Oberfläche und jeden Zweck geeignet. In bestimmten Situationen kann der Einsatz des Mittels zu Materialschäden, Umweltbelastungen oder Sicherheitsrisiken führen.
Typische Anwendungsfehler an Mechanik und Kunststoffen
Das Produkt wird häufig als Allheilmittel gegen quietschende und schwergängige Teile eingesetzt. Genau hier entstehen jedoch oft die ersten Missverständnisse bezüglich der Wirkungsweise.
Fahrrad-Kettenspray als spezialisiertes Schmiermittel von WD-40.
Kein dauerhafter Schmierstoff für Ketten
WD-40 dient primär als Reiniger, Rostlöser und Kriechöl, nicht als langfristiges Schmiermittel. Das Produkt verflüchtigt sich schnell und wäscht vorhandenes Fett aus Lagern und Ketten heraus.
Wer eine Fahrradkette damit einsprüht, entfernt zwar Schmutz und altes Schmiermittel, lässt das Metall danach jedoch weitgehend ungeschützt zurück. Für den dauerhaften Betrieb sind spezielle Kettenöle oder Schmierfette erforderlich.
Silikonspray als Alternative für empfindliche Materialien und Gummis.
Gefahr für Kunststoffe und Dichtungen
Das Multifunktionsprodukt wurde schwerpunktmäßig für Metalle entwickelt. Bei bestimmten Kunststoffen wie klarem Polykarbonat und Polystyrol warnt der Hersteller vor Rissbildung durch den Kontakt mit der Flüssigkeit.
Zudem können bestimmte Gummisorten bei längerem Kontakt aufquellen oder verspröden, da ihnen Weichmacher entzogen werden. Für Fenstermechaniken, Schlösser oder empfindliche Dichtungen empfehlen sich stattdessen lösungsmittelfreie Silikonsprays.
Umweltgefahr bei der Toilettenreinigung
Gelegentlich kursiert der Rat, Urinstein oder hartnäckige Kalkablagerungen in Toilettenschüsseln mit WD-40 zu lösen. Der Hersteller rät davon explizit ab.

Da das Gemisch Mineralöl enthält, darf es keinesfalls in das Abwasser oder Grundwasser gelangen. Bereits ein einziger Tropfen Öl reicht aus, um bis zu 1.000 Liter Trinkwasser unbrauchbar zu machen.
Empfindliche Oberflächen und Brandrisiken
Neben mechanischen Bauteilen reagieren auch verschiedene Beschichtungen und Wohnmaterialien empfindlich auf die enthaltenen Lösungsmittel.
Klassische Sprühdose des WD-40 Multifunktionsöls.
Textilien, Wachse und Lacke
Zwar lässt sich Kaugummi aus robusten Teppichen mit dem Kriechöl anlösen, auf vielen Stoffen drohen jedoch dauerhafte Flecken und Entfärbungen. Eissprays stellen hier die materialschonendere Option dar.
Wachspolituren und Wachsbeschichtungen werden durch das Spray angelöst. Auf lackierten Flächen sollte das Mittel generell nur nach einem vorherigen Test an einer unauffälligen Stelle eingesetzt werden.
Brandgefahr bei Elektrogeräten
Bei der Pflege von Elektrowerkzeugen muss das Gerät vor dem Einsprühen zwingend vom Stromnetz getrennt werden. Das Treibgas und die Aerosole sind leicht entzündlich und können durch Funkenflug schlagartig in Brand geraten.
Auch bei quietschenden Holzdielen, Laminatböden oder den Aluminiumlaufschienen von Duschkabinen ist das Standard-Multifunktionsspray ungeeignet. Für solche Bereiche existieren materialspezifische Trockenschmiermittel auf PTFE- oder Silikonbasis.



