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Über 1 Million Follower: US-Verteidigungsministerium heuert konservative X-Influencer an

Das Pentagon in Washington D.C. Aktuelle News

Das US-Verteidigungsministerium steht wegen personeller Verbindungen zu konservativen Social-Media-Akteuren in der Kritik.

Das US-Verteidigungsministerium bindet offenbar gezielt reichweitenstarke konservative Veteranen und Social-Media-Aktivisten an sich. Nach Recherchen der „Washington Post“ arbeiten mehrere prominente X-Akteure für das Pentagon – teils in zivilen Regierungsfunktionen.

Posten im Büro von Staatssekretär Anthony Tata

Zu den Beschäftigten gehören mindestens Rob Maness, Kurt Schlichter und Thomas Anderson. Sie sind oder waren dem Büro des Staatssekretärs Anthony Tata zugeordnet.

Die drei Militärveteranen besitzen enorme Reichweiten auf der Plattform X: Schlichter zählt rund 620.000 Follower, Anderson etwa 323.000 und Maness mehr als 135.000. Sie vertreten dort lautstark Pro-Trump-Positionen, kritisieren die bestehende Ministerialbürokratie und werben für den Kurs von Verteidigungsminister Pete Hegseth.

Unklare Verträge und fehlende Transparenz

Offizielle Pentagon-Unterlagen weisen für Maness und Schlichter E-Mail-Adressen mit der Endung „.civ“ aus, was auf zivile Beschäftigungsverhältnisse hinweist. Anderson tauchte zuletzt nicht mehr in den Dokumenten auf.

Welche konkreten Aufgaben die Männer übernehmen und ob ihre Tätigkeiten aus Steuergeldern finanziert werden, bleibt unklar. Das Verteidigungsministerium lehnte eine Stellungnahme ab, die Beteiligten reagierten nicht auf Anfragen.

Über 1 Million Follower: US-Verteidigungsministerium heuert konservative X-Influencer an

Fast eine Million Follower: Der Fall Jennica Pounds

Neben den Veteranen arbeitet auch Jennica Pounds für das Ministerium, die auf X unter dem Namen „DataRepublican“ knapp eine Million Follower erreicht. Das Pentagon bestätigte, dass sie seit Juli als sogenannte „Special Government Employee“ angestellt ist.

Pounds‘ Tätigkeit flog nach einem öffentlichen Schlagabtausch mit einer Beamtin des Außenministeriums auf. Pounds erklärte dazu, sie habe den Posten übernommen, um dem Land auf praktischere Weise zu dienen. In welcher Abteilung sie genau tätig ist, bleibt unbekannt.

Kritik an Medienumbau und Steuergeld-Nutzung

Der frühere republikanische Abgeordnete Adam Kinzinger übte deutliche Kritik an der Praxis. Er warf dem Pentagon vor, Steuergelder zu nutzen, um parteiische Botschaften über Social-Media-Accounts verbreiten zu lassen.

Seit Mai 2025 schränkte Verteidigungsminister Hegseth den Zugang für etablierte Medien zum Pentagon massiv ein, woraufhin Dutzende Journalisten ihre Akkreditierungen abgaben. Im Gegenzug erhielten anschließend mehr als 60 Journalisten Zugang zum Ministerium, die überwiegend für konservative Medienhäuser berichten.