Über 200 km/h bei Landung: Mindestens 5 Tote nach Absturz eines Amazon-Frachtjets in Miami
Aktuelle News
Über 200 km/h bei Landung: Mindestens 5 Tote nach Absturz eines Amazon-Frachtjets in Miami
Bei einem schweren Unfall eines Amazon-Frachtflugzeugs auf dem Miami International Airport in Florida sind mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Fünf weitere Personen wurden mit Verletzungen in umliegende Krankenhäuser eingeliefert, drei von ihnen befinden sich in kritischem Zustand.
Die Maschine schoss am Sonntagnachmittag Ortszeit über das Ende der Landebahn hinaus und fing sofort Feuer. Nach Angaben der Rettungskräfte kollidierte das Flugzeug dabei mit mehreren Fahrzeugen auf dem Flughafengelände.
Einsatzkräfte befreien Eingeklemmte aus Wrack und Autos
Mindestens zwei Menschen wurden in ihren Fahrzeugen eingeklemmt, als der Frachtjet diese rammte. Auch der Pilot und der Copilot mussten von der Feuerwehr aus dem beschädigten Cockpit befreit werden.
Laut dem Flugverfolgungsdienst Flightradar24 war das Flugzeug noch mit mehr als 200 km/h unterwegs, als es das nutzbare Ende der Piste verließ. Fotos vom Unfallort zeigen den Jet mit abgesenkter Nase, aufgerichtetem Heck und deutlichen Brandspuren an der rechten Rumpfseite.
Das Flugzeug rammte mehrere Fahrzeuge.
Die Feuerwehr von Miami-Dade rückte mit mehr als 60 Einheiten und rund 200 Einsatzkräften aus. Der Flugbetrieb am Drehkreuz Miami wurde nach dem Vorfall vorübergehend komplett eingestellt, ehe am Abend zwei der vier Pisten wieder freigegeben werden konnten.
32 Jahre alte Boeing 767 im Auftrag von Amazon
Bei der verunglückten Maschine handelt es sich um eine 32 Jahre alte Boeing 767-300, die am Sonntag aus San Juan auf Puerto Rico gestartet war. Das Flugzeug wurde von der Frachtfluggesellschaft 21 Air für Amazon betrieben und diente bis 2015 als Passagierjet verschiedener Fluglinien.
Amazon und die Betreibergesellschaft 21 Air drückten den Angehörigen ihr Mitgefühl aus und sicherten volle Kooperation mit den Behörden zu.
US-Untersuchungsbehörde NTSB übernimmt Ermittlungen
Die US-Luftfahrtbehörde FAA und das National Transportation Safety Board (NTSB) haben Untersuchungen zur Unfallursache aufgenommen. Ein Spezialteam der NTSB traf noch am Unfalltag in Miami ein.
Es ist nicht der erste tödliche Vorfall eines Frachters im Auftrag des Onlinehändlers. Bereits im Februar 2019 stürzte eine Boeing 767-300 von Amazon Prime Air in der texanischen Trinity Bay ab, wobei alle drei Besatzungsmitglieder starben.

