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Über 3,1 Millionen Fahrzeuge betroffen: Wann das E-Auto-Ladekabel zur Brandgefahr wird

Ein Ladekabel wird an ein Elektroauto angeschlossen Aktuelle News

Sichtbare Beschädigungen am Ladekabel eines Elektroautos dürfen nicht ignoriert werden.

Das Ladekabel gehört zu den am stärksten beanspruchten Komponenten beim Betrieb eines Elektroautos. Schmutz, Nässe, ständiges Aufrollen und das Ziehen über rauen Asphalt hinterlassen Spuren, die schnell zum Sicherheitsrisiko werden.

Nach aktuellen Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes sind auf deutschen Straßen mehr als zwei Millionen reine Elektrofahrzeuge und über 1,1 Millionen Plug-in-Hybride zugelassen. Der TÜV Thüringen warnt vor den Gefahren durch beschädigte Ladekabel, die von Kurzschlüssen über Stromschläge bis hin zu Bränden reichen.

Typische Warnzeichen: Wann das Kabel vom Netz muss

Vor jedem Einstecken empfiehlt sich ein kurzer Kontrollblick auf Kabel und Stecker. Schon kleine mechanische Schäden können die Schutzisolierung beeinträchtigen.

„Risse, Quetschungen, freiliegende Leiter, Verfärbungen oder beschädigte Stecker sind deutliche Warnzeichen“, erklärt Steve Orphal vom TÜV Thüringen. Auch eine ungewöhnlich starke Hitzeentwicklung während des Ladevorgangs deutet auf interne Defekte hin; in diesem Fall muss der Ladevorgang sofort unterbrochen werden.

Von Reparaturversuchen in Eigenregie raten Experten dringend ab. Beschädigte Leitungen dürfen niemals provisorisch mit Isolierband geflickt werden, sondern müssen umgehend außer Betrieb genommen und fachgerecht ersetzt werden.

Prüfpflichten und der richtige Umgang im Alltag

Unterschied zwischen privater und gewerblicher Nutzung

Für private Halter existiert in Deutschland derzeit keine gesetzliche Prüfpflicht für Ladekabel. Anders gestaltet sich die Rechtslage im gewerblichen Bereich: Werden Ladekabel betrieblich eingesetzt, gelten sie als ortsveränderliche elektrische Betriebsmittel und unterliegen regelmäßigen Kontrollen gemäß DGUV Vorschrift 3.

Über 3,1 Millionen Fahrzeuge betroffen: Wann das E-Auto-Ladekabel zur Brandgefahr wird

Der TÜV empfiehlt jedoch auch Privatnutzern, mobile Ladekabel bei sichtbaren Abnutzungserscheinungen in einer Fachwerkstatt oder Prüfstelle testen zu lassen. Zur Vorbeugung sollten Kabel nie geknickt, gequetscht oder unter starkem Zug verwendet sowie stets trocken gelagert werden.

ZDK warnt vor gefährlichen Billigkabeln aus dem Netz

Gefahren lauern nicht nur durch Verschleiß, sondern auch bei minderwertigen Neuprodukten. Der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) schlägt Alarm wegen billiger Mode-2-Ladekabel und mobiler Ladegeräte aus dubiosen Online-Quellen.

Bei Untersuchungen extrem günstiger Mode-2-Kabel deckte der Verband gravierende Sicherheitslücken auf. Unter anderem versagte der lebenswichtige Schutz vor Gleichfehlerströmen. Zudem wiesen die Stecker unzureichende Abdichtungen auf, und die zulässige Strombelastbarkeit wurde fälschlicherweise falsch signalisiert.

Autofahrer sollten beim Kauf auf Freigaben der jeweiligen Fahrzeughersteller sowie auf anerkannte Prüfsiegel wie CE, VDE, TÜV oder DEKRA achten.