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Über 33 Millionen Euro Schulden: Fahrradhersteller Simplon meldet erneut Insolvenz an

Über 33 Millionen Euro Schulden: Fahrradhersteller Simplon meldet erneut Insolvenz an Aktuelle News

Über 33 Millionen Euro Schulden: Fahrradhersteller Simplon meldet erneut Insolvenz an

Die Sanierung ist gescheitert: Der für seine sportlichen Mountainbikes, Rennräder und E-Bikes bekannte Hersteller Simplon steht erneut vor der Zahlungsunfähigkeit. Die 2Rad Produktions GmbH, Nachfolgegesellschaft der Simplon Fahrrad GmbH, hat am Landesgericht Feldkirch ein neues Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt.

Millionenschulden belasten den Hersteller

Auslöser für den erneuten Gang vor das Insolvenzgericht ist eine fällige Rate aus dem vorangegangenen Sanierungsplan, die das Unternehmen nicht bedienen konnte. Durch den Verzug leben die alten Forderungen wieder auf.

Dem Traditionshersteller fehlen insgesamt mehr als 33 Millionen Euro. Laut dem österreichischen Kreditschutzverband KSV1870 entfallen davon rund 28,3 Millionen Euro auf Verbindlichkeiten aus der vorherigen Schieflage.

Lieferengpässe und Vorwürfe nach der Übernahme

Neben der allgemeinen Nachfrageschwäche auf dem europäischen Fahrradmarkt machten dem Unternehmen gravierende Lieferprobleme zu schaffen. Wegen fehlender Bauteile konnten fertige Räder nicht rechtzeitig an Händler und Kunden übergeben werden, was zu stornierten Folgeaufträgen und akuten Liquiditätsengpässen führte.

Unstimmigkeiten bei den Übernahmedaten

Die Geschäftsführung begründet die Notlage gegenüber dem KSV1870 zudem mit Vorgängen rund um den vorherigen Eigentümerwechsel: Die Kommunikation vor der damaligen Anteilsübernahme sei demnach „nicht zur Gänze nachvollziehbar bzw. korrekt gewesen“. Der ehemalige Accell-Manager Christoph Mannel, der das Ruder als Investor und Geschäftsführer übernommen hatte, leitet die Gesellschaft bis heute.


Fahrräder des Herstellers Simplon.

Betrieb in Vorarlberg läuft vorerst weiter

Vom Insolvenzverfahren sind 54 Beschäftigte am Produktionsstandort in Hard sowie rund 150 Gläubiger betroffen. Trotz der Zahlungsunfähigkeit soll die Fertigung vorerst aufrechterhalten werden.

Das Unternehmen beabsichtigt, den Gläubigern einen modifizierten Sanierungsplan vorzulegen. Parallel dazu läuft die Suche nach weiteren Geldgebern, um das Fortbestehen der Marke dauerhaft abzusichern.