Überlebenswichtiges Medikament: Wie Mark Cuban einer Herzpatientin aus der Kostenfalle half
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Die 26-jährige Payton Herres ist auf eine dauerhafte Medikamenteneinnahme angewiesen, um ihr Spenderherz zu schützen.
Ein „Geister-Rezept“ und explodierende Kosten
Die 26-jährige Amerikanerin Payton Herres lebt seit ihrer Kindheit mit einem fremden Herzen. Um eine Abstoßungsreaktion zu verhindern, ist sie zwingend auf das Medikament Everolimus angewiesen.
Doch für Herres wurde die lebensnotwendige Therapie zum finanziellen Albtraum. Nachdem ihre Krankenversicherung die Kostenübernahme zunächst komplett verweigert hatte, lenkte sie nach öffentlichem Druck zwar ein – doch das Ergebnis blieb ernüchternd.
Ihr Eigenanteil stieg sprunghaft von 180 auf 1000 Dollar pro 90-Tage-Dosis. Herres bezeichnete diesen Zustand treffend als „Ghost Approval“: Eine Genehmigung, die auf dem Papier existiert, die Behandlung für die Patientin aber faktisch unbezahlbar macht.
Die unerwartete Hilfe
Die Geschichte erregte weit über den privaten Kreis von Herres Aufmerksamkeit. Sogar die Mutter des Organspenders, der 2012 verstarb, bot ihre finanzielle Hilfe an. Sie wollte sicherstellen, dass das Herz ihres Sohnes weiterhin schlägt.
Schließlich erreichte der Fall den Unternehmer und Milliardär Mark Cuban. Er nutzte die Reichweite seines Unternehmens, der Mark Cuban Cost Plus Drug Company, um öffentlich Kritik an der gängigen Praxis der Versicherer zu üben.

Die Online-Apotheke des Unternehmers sprang ein: Herres erhält das Medikament dort nun für rund 300 Dollar pro 90 Tage – eine massive Ersparnis gegenüber dem Versicherungstarif.
Die Tücke der „Off-Label“-Zulassung
Der Fall Herres wirft ein Schlaglicht auf die Probleme des US-Gesundheitssystems. Ein zentraler Streitpunkt ist die sogenannte Off-Label-Anwendung.
- Definition: Medikamente werden „off-label“ eingesetzt, wenn sie für eine Anwendung verschrieben werden, für die sie keine offizielle FDA-Zulassung besitzen.
- Die Hürde: Everolimus ist in den USA offiziell für Leber- und Nierentransplantationen zugelassen, jedoch nicht explizit für Herztransplantationen.
- Die Folge: Versicherungen nutzen diese regulatorische Lücke oft als Argument, um die Kostenübernahme zu verweigern oder zu erschweren, obwohl das medizinische Fachpersonal das Medikament als essenziell einstuft.
Ein systemisches Problem
Payton Herres kämpft nicht nur für ihre eigene Gesundheit, sondern engagiert sich inzwischen aktiv dafür, die Versorgungslage für andere Herztransplantierte zu verbessern. Der Fall zeigt exemplarisch, wie Patienten in den USA zwischen bürokratischen Hürden und explodierenden Gesundheitskosten zerrieben werden.
Während Experten schätzen, dass die Gesundheitsausgaben in den USA bis zum Jahr 2033 auf rund 8,6 Billionen Dollar ansteigen könnten, bleibt die Versorgung für Einzelne oft ein Glücksspiel – abhängig von der Kulanz der Versicherung oder dem Eingreifen privater Wohltäter.
