Umfragen bei 40 Prozent: Wer im geheimen Schattenkabinett der AfD Sachsen-Anhalt sitzt
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Umfragen bei 40 Prozent: Wer im geheimen Schattenkabinett der AfD Sachsen-Anhalt sitzt
Die AfD erreicht in aktuellen Umfragen in Sachsen-Anhalt Werte von gut 40 Prozent. Sollte die Partei eine absolute Mehrheit erzielen oder durch Abweichler anderer Fraktionen gestützt werden, könnte Spitzenkandidat Ulrich Siegmund erster AfD-Ministerpräsident werden.
Der 35-Jährige erklärte, sein künftiges Kabinett bereits zu rund 95 Prozent im Kopf zu haben. Die Posten sollen fast ausschließlich mit eigenem Personal aus dem Landesverband besetzt werden. Auffällig dabei: Frauen spielen in den personellen Überlegungen der Parteispitze bislang keine Rolle.
Absage an Ex-Verfassungsschutzchef Maaßen
Der frühere Präsident des Bundesamts für Verfassungsschutz, Hans-Georg Maaßen, bekundete öffentlich Interesse am Amt des Innenministers. Da er jedoch nicht aus dem Landesverband stammt, stehen seine Chancen schlecht.
Die konkreten Personalplanungen für eine mögliche Regierungsübernahme steuern derzeit Landeschef Martin Reichardt und der Bundestagsabgeordnete Thomas Korell im Hintergrund.

Patrick Harr, Pressesprecher der AfD-Fraktion in Sachsen-Anhalt.
Schlüsselposition in der Staatskanzlei
Als Favorit für die Leitung der Staatskanzlei gilt Patrick Harr. Der 43-Jährige arbeitet aktuell als Pressesprecher der Landtagsfraktion und gilt als enger Berater von Siegmund.
Harr war vor über zwei Jahrzehnten für die Bundesführung der mittlerweile verbotenen rechtsextremen Organisation „Heimattreue Deutsche Jugend“ (HDJ) tätig. Er erklärte dazu, das Thema sei für ihn abgeschlossen.
Martin Reichardt, Landesvorsitzender der AfD Sachsen-Anhalt und Bundestagsabgeordneter.
Führungswechsel an der Fraktionsspitze
Landeschef Martin Reichardt war ursprünglich ebenfalls für die Staatskanzlei im Gespräch. Nun soll er stattdessen den Vorsitz der Landtagsfraktion in Magdeburg übernehmen.
Reichardt stand in der Vergangenheit mehrfach in der Kritik. Unter anderem sorgten Aufnahmen für Aufsehen, auf denen er laut Vorwürfen eine verbotene Grußformel andeutete, was die Partei als „angedeuteten Ritterschlag“ verteidigte.
Hans-Thomas Tillschneider, Landtagsabgeordneter der AfD in Sachsen-Anhalt.
Distanzierung von Hans-Thomas Tillschneider
Der Islamwissenschaftler Hans-Thomas Tillschneider war für ein fusioniertes Ministerium aus Wissenschaft und Bildung vorgesehen. Siegmund rückte wegen wiederholter Kontroversen jedoch von ihm ab.
Tillschneider geriet vor allem durch seine Haltung zu Russland in die Kritik. Im September 2022 plante er eine Reise in die besetzte Ostukraine, die nach Parteiprotesten abgebrochen wurde.
Der ehemalige Berliner Finanzsenator Peter Kurth.
Umbau des Innenressorts
Für das Innenministerium wird der parlamentarische Sprecher Matthias Büttner gehandelt, der seit zehn Jahren im Landtag sitzt. Das Ministerium soll im Falle eines Wahlsiegs personell ausgebaut werden.
Fokus auf Rückführungen und externe Berater
Geplant ist eine Neuausrichtung des Innenressorts auf Abschiebungen. Dabei soll auch externe Expertise herangezogen werden. Als möglicher Berater oder Kandidat gilt der frühere Berliner Finanzsenator Peter Kurth, der enge Kontakte ins neurechte Milieu pflegt.
Rechtsanwalt Laurens Nothdurft bei einer Pressekonferenz.
Justiz und Wirtschaft
Als aussichtsreichster Anwärter auf das Justizministerium gilt Laurens Nothdurft, der Justiziar der Landtagsfraktion. Nothdurft war früher stellvertretender Bundesleiter der verbotenen HDJ, distanziert sich heute jedoch von nationalsozialistischem Gedankengut. Als Alternative gilt der Halberstädter Anwalt Christian Hecht.
Oliver Kirchner, Co-Fraktionschef der AfD im Landtag von Sachsen-Anhalt.
Für die Bereiche Arbeit oder Wirtschaft ist der 60-jährige Oliver Kirchner vorgesehen. Der frühere Spitzenkandidat führt gemeinsam mit Siegmund die Landtagsfraktion und sitzt seit 2016 im Landesparlament.





