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Unbehandeltes Hörproblem ab 45: Hörhilfen senken Demenzrisiko um 33 Prozent

Symbolbild Demenz und Gehirngesundheit bei Erwachsenen Aktuelle News

Hörhilfen können das Demenzrisiko laut wissenschaftlichen Untersuchungen um 33 Prozent verringern.

Schwerhörigkeit gilt als der bedeutendste beeinflussbare Risikofaktor für Alzheimer im mittleren Lebensalter. Tritt ein Gehörverlust zwischen dem 45. und 65. Lebensjahr auf und bleibt unkorrigiert, steigt die Wahrscheinlichkeit einer späteren Demenz drastisch an.

Eine im Fachmagazin „Neurology“ veröffentlichte Untersuchung mit knapp 2.800 Teilnehmern belegt diesen Zusammenhang. Der rechtzeitige Einsatz von Hörhilfen konnte das Demenzrisiko selbst bei bereits fortgeschrittenem Alter um 33 Prozent verringern.

Warum schlechtes Hören das Gehirn schwächt

Nach Angaben von Linda Thienpont, stellvertretende Geschäftsführerin der Alzheimer Forschung Initiative, wird dieser Faktor oft aus Scham oder Eitelkeit verdrängt. Viele Betroffene zögern den Gang zum Ohrenarzt hinaus.

Das hat direkte neurologische Konsequenzen: Wer schlechter hört, verarbeitet weniger Reize aus dem Umfeld. Häufig folgt darauf ein sozialer Rückzug, weil Gespräche zunehmend anstrengen und ermüden.

Durch die ausbleibende Stimulation wird das Denkorgan messbar weniger gefordert. Die geistige Leistungsfähigkeit sinkt in der Folge rapide ab.

Biologische Prozesse bei einer Alzheimer-Erkrankung

In Deutschland sind derzeit etwa 1,8 Millionen Menschen von einer Demenzerkrankung betroffen, der Großteil davon von Alzheimer. Im Gehirn der Erkrankten sterben fortschreitend Nervenzellen sowie deren Verbindungsstellen ab.

Haupttreiber dieses Verfalls sind fehlerhafte Eiweißablagerungen: Amyloid-Plaques lagern sich zwischen den Neuronen ab, während sich im Zellinneren Tau-Proteine zu Neurofibrillen zusammenballen. Diese strukturelle Blockade führt schrittweise zum Verlust kognitiver Fähigkeiten und der Orientierung.

Unbehandeltes Hörproblem ab 45: Hörhilfen senken Demenzrisiko um 33 Prozent

Altersbedingter Gehörverlust ab Mitte 50

Die Einbußen beim Hören entwickeln sich meist schleichend. Typische Warnsignale sind das wiederholte Nachfragen in Unterhaltungen oder ein auffallend lauter eingestellter Fernseher.

Verschleißerscheinungen treten gehäuft ab Mitte 50 auf. Neben dem Alterungsprozess schädigen Lärm, bestimmte Arzneistoffe oder Infektionen das sensible Gehör. Auch Störungen der Halswirbelsäule sowie Durchblutungs- und Stoffwechselprobleme kommen als Ursachen infrage.

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Eine ältere Frau sitzt nachdenklich an einem Tisch.

Elf Faktoren zur Demenz-Prävention

Neben der Versorgung von Hörschäden gibt es konkrete Hebel im Alltag, um das Demenzrisiko zu senken:

  • Regelmäßige Bewegung: Mindestens 2,5 Stunden sportliche Aktivität pro Woche fördern Durchblutung und Nervenzellen.
  • Geistiges Training: Neue Fertigkeiten, Instrumente oder Sprachen halten neuronale Netze aktiv.
  • Mediterrane Kost: Gemüse, Obst, Nüsse und gesunde Fette wie Olivenöl schützen die Gefäße.
  • Aktives Sozialleben: Treffen und gemeinsame Unternehmungen stimulieren die Hirnaktivität.
  • Gewichtskontrolle: Die Vermeidung von starkem Übergewicht entlastet das Herz-Kreislauf-System.
  • Ausreichend Schlaf: Erholungsphasen sind notwendig, um Stoffwechselprodukte im Hirngewebe abzubauen.
  • Rauchstopp: Der Verzicht auf Nikotin beugt vaskulären Schäden vor.
  • Kopfschutz: Das Tragen von Helmen beim Sport schützt vor traumatischen Verletzungen.
  • Blutdruckkontrolle: Dauerhaft erhöhter Blutdruck muss therapeutisch reguliert werden.
  • Blutzuckerwerte: Ein stabiler Glukosespiegel schützt Nerven und Gefäße.
  • Depressionen behandeln: Anhaltende Antriebslosigkeit oder depressive Phasen bedürfen einer ärztlichen Therapie.

Frühe Alarmsignale im Alltag

Erste Anzeichen für den Beginn einer Demenz gehen über reine Vergesslichkeit hinaus. Typisch sind Lücken im Kurzzeitgedächtnis, Wortfindungsstörungen und eine nachlassende räumliche oder zeitliche Orientierung.

Auch plötzliche Wesensveränderungen, unerklärliche Stimmungsschwankungen und verändertes Verhalten im gewohnten Umfeld können auf eine beginnende Erkrankung hinweisen.