Zum Inhalt springen
On Air Festival

Unwettergefahr im Mittelmeer: Droht ein „High-End“-Szenario?

Satellitenansicht des westlichen Mittelmeerraums mit sichtbarer Wolkenfront. Spannende Geschichten

Eine instabile Wetterlage zieht über das westliche Mittelmeer.

Gefahr im westlichen Mittelmeer

Eine bedrohliche Wetterlage baut sich für die kommenden Tage im westlichen Mittelmeer auf. Von der spanischen Ostküste über Mallorca bis nach Italien erstreckt sich ein Gebiet, in dem ab Donnerstag mit teils extremen Gewittern zu rechnen ist.

Meteorologen warnen vor einem potenziellen „High-End“-Szenario. Die Kombination aus massiv aufgeheiztem Meerwasser und einer sehr feuchten Luftmasse bietet den perfekten Nährboden für heftige Entwicklungen.

Sturzfluten und Superzellen möglich

Die Wettermodelle zeigen, dass ein atmosphärischer Trog von Donnerstag bis Samstag von Südspanien in Richtung Kroatien wandert. Diese Hebung der extrem feuchten Luftmassen kann zu einer langen Gewitterserie führen.

Das Spektrum der Gefahren reicht dabei von organisierten Gewitterlinien über Multizellen bis hin zu Superzellen. Auch schwere Sturmböen, Wasserhosen und Tornados sind nicht auszuschließen.

Besonders kritisch bewerten Experten die Regenmengen. In der Atmosphäre über dem Mittelmeer befinden sich derzeit enorme Wassermassen von 50 bis 60 Litern pro Quadratmeter. Lokal drohen an den Küsten Frankreichs, Italiens und auf den Mittelmeerinseln schwere Sturzfluten und Überflutungen.

Unwettergefahr im Mittelmeer: Droht ein „High-End“-Szenario?

Saharastaub als Schutzschild

Eine überraschende Wendung könnte jedoch der Saharastaub bringen. Zwischen Mallorca und Italien strömen derzeit große Mengen Staub aus Nordafrika in den Mittelmeerraum.

Dieser sogenannte Saharian Dust Layer wirkt in der Atmosphäre wie eine Barriere. Er kann die Bildung neuer Gewitterzellen bremsen oder sogar vollständig verhindern. Somit könnte der Staub in Teilen des westlichen Mittelmeers als Puffer fungieren und die Unwettergefahr dämpfen.

Nördliche Regionen bleiben gefährdet

Weiter nördlich im Mittelmeerraum verliert dieser dämpfende Effekt jedoch an Kraft. Dort bleibt das Risiko für schwere Gewitter und Unwetter zum Ende der Woche bestehen.

Zudem dürfte der Saharastaub für optische Effekte sorgen. Von Mallorca über Sardinien und Korsika bis nach Sizilien und Apulien ist aufgrund der Staubpartikel mit einer deutlichen Verfärbung des Himmels zu rechnen.