US-Navy: 15 ausgemusterte U-Boote kosten 2,7 Milliarden Euro im Stillstand
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Das US-Atom-U-Boot USS Pasadena liegt jahrelang ungenutzt im Hafen.
Bei der US-Navy stauen sich ausgemusterte Angriffs-U-Boote. Bis zum Jahr 2030 drohen 15 Einheiten jahrelang ungenutzt an Land oder an Kaianlagen zu liegen, weil spezialisierte Werftkapazitäten fehlen.
Das belegt ein Untersuchungsbericht des Rechnungshofs des US-Kongresses (Government Accountability Office, GAO). Zwischen 2026 und 2030 summieren sich die Ausfallzeiten inaktiver Boote auf mehr als 14.000 Tage.
Obwohl die Schiffe keinen militärischen Zweck mehr erfüllen, fallen für Instandhaltung, Sicherung und verbleibendes Personal weiterhin massive Ausgaben an. Die Prüfer beziffern die Zusatzkosten auf über 3,1 Milliarden US-Dollar (rund 2,7 Milliarden Euro).
Verzögerungen belasten die gesamte Flotte
Der Werftstau bindet nicht nur finanzielle Mittel, sondern schlägt direkt auf die Einsatzbereitschaft der aktiven Flotte durch. In den vergangenen zehn Jahren verlor die Marine durch Reparaturverzögerungen und Liegezeiten mehr als 15.000 planmäßige Einsatztage.
Diese Ausfälle verursachten laut GAO bereits Kosten in Höhe von 3,4 Milliarden US-Dollar (etwa 2,9 Milliarden Euro).
Das Fallbeispiel USS Pasadena
Wie gravierend der Rückstau ist, zeigt die USS Pasadena aus der Los-Angeles-Klasse. Das atomgetriebene U-Boot wurde am 1. Januar 2025 offiziell inaktiv gestellt.

Wegen fehlender Dockplätze ist die endgültige Außerdienststellung erst für den 15. November 2028 terminiert. Die Navy plant, das Boot zwischenzeitlich als Ausbildungsplattform einzusetzen – die Wartezeit allein kostet rund 300 Millionen US-Dollar (ca. 260 Millionen Euro).
Das Atom-U-Boot USS Pasadena der US-Marine.
Engpässe in staatlichen Werften
Wartung, Überholung und Stilllegung atomgetriebener Schiffe verteilen sich in den USA derzeit auf lediglich vier staatliche Werften. US-Präsident Donald Trump wies Marine und Pentagon per Dekret an, Vorbereitungen für den Bau einer fünften Werft zu treffen.
Zwischenlösungen der Marine in der Prüfung
Um die Zeit bis zur Schaffung neuer Kapazitäten zu überbrücken, analysiert die Navy derzeit Notmaßnahmen:
- Entladung der Kernreaktoren direkt an der Pier statt im Trockendock
- Nutzung schwimmender Trockendocks für Stilllegungsarbeiten
- Verlegung von Besatzungsmitgliedern inaktiver Schiffe auf aktive Einheiten
- Verlängerung der regulären Einsatzdauer älterer Boote
Die Rechnungsprüfer warnen jedoch vor Risiken: Für das Entladen von Reaktoren an der Pier liegen bisher weder Machbarkeitsanalysen noch belastbare Kostenkalkulationen vor. Offizielle Genehmigungen für längere Laufzeiten alter Einheiten stehen ebenfalls noch aus.

