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US Open vergeben fast 100 Influencer-Pässe: Match wegen Ringlicht unterbrochen

Tennis-Profis und Zuschauer bei den US Open in New York Aktuelle News

Auf den Rängen der US Open sorgen Content Creator für Unruhe unter den Tennis-Profis.

Kameras, Ringlichter und Posing auf den Tribünen: Bei den US Open in New York gerät das sportliche Geschehen zunehmend mit Social-Media-Inszenierungen in Konflikt. Profis und Tennisfans reagieren verärgert auf Störungen während laufender Partien.

Schiedsrichter muss Partie von Naomi Osaka unterbrechen

Wie weit die Störungen reichen, zeigte sich beim Auftaktmatch von Naomi Osaka. Eine Gruppe von Influencern erregte in einer Loge mit lautem Verhalten und einem eingeschalteten Ringlicht derart viel Aufmerksamkeit, dass Schiedsrichter Kader Nouni das Spiel anhalten musste, um für Ruhe zu sorgen.

Auch die US-amerikanische Top-Spielerin Jessica Pegula äußerte deutliche Kritik an den Zuständen auf den Rängen.

„Die Spieler dort unten versuchen, Höchstleistungen zu bringen. Das ist ihr Beruf und ihr Job. Das wirkt ein wenig respektlos“, betonte Pegula. In diesem Jahr sei eine Grenze überschritten worden.

Scharfe Kritik von Daniil Medwedew

Der frühere Turniersieger Daniil Medwedew fand noch deutlichere Worte und warnte davor, die Veranstaltung zu entwerten.

US Open vergeben fast 100 Influencer-Pässe: Match wegen Ringlicht unterbrochen

„Es ist immer noch ein Sport, in dem wir auf gewisse Weise um unser Leben kämpfen“, stellte Medwedew klar. Er lehne es ab, das Grand-Slam-Turnier in ein „Tennis-Disneyland“ zu verwandeln. Zwar sei Marketing relevant, der sportliche Wettkampf müsse jedoch im Zentrum stehen.

Verband verdoppelt Creator-Zulassungen fast

Der US-amerikanische Tennisverband USTA treibt diese Vermarktungsstrategie aktiv voran. Nach Angaben von Front Office Sports stieg die Zahl der Akkreditierungen für Content Creator im Vergleich zum Vorjahr von 54 auf knapp 100 an.

Ein Verbandssprecher erklärte gegenüber der New York Post, Vorfälle wie Spielunterbrechungen seien Einzelfälle und die Schiedsrichter besäßen die nötigen Befugnisse, um störende Personen zu verwarnen.

Für zusätzliche Diskussionen im Netz sorgte die Influencerin Isabella Lauren, deren freizügiges weißes Outfit viele Tennisfans als unpassend für ein Profiturnier einstuften. Der Konflikt zwischen digitaler Reichweitenjagd und sportlicher Konzentration bleibt ein zentrales Thema auf den Rängen von Flushing Meadows.