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Verborgene Artenvielfalt: Forscher entdecken sieben neue Diamantfrösche auf Madagaskar

Eine der neu entdeckten Rhombophryne-Froscharten auf Madagaskar. Aktuelle News

Die neue Art Rhombophryne maraorao zeigt Anpassungen an eine grabende Lebensweise.

Madagaskar ist ein biologischer Hotspot: 90 Prozent der dort heimischen Tier- und Pflanzenarten kommen nirgendwo sonst auf der Welt vor. Trotz intensiver Forschung birgt die Insel weiterhin Geheimnisse. Eine aktuelle Studie im Fachjournal Vertebrate Zoology beschreibt nun sieben neue Froscharten, die bisher der Wissenschaft verborgen blieben.

„Jahre der Detektivarbeit“

Die Tiere gehören zur Gattung Rhombophryne, die aufgrund ihrer charakteristischen Hautmusterung als Diamantfrösche bekannt sind. Dr. Mark D. Scherz, Kurator für Herpetologie am Dänischen Naturkundemuseum und Hauptautor der Studie, betont: „Diamantfrösche haben ihre Artenvielfalt direkt unter unseren Füßen verborgen.“

Die Arbeit an der Klassifizierung zog sich über 12 Jahre hin. „Fast jede Expedition brachte eine weitere Art hervor“, so Scherz. Die Identifizierung gestaltete sich schwierig, da historische Artnamen oft ungenau waren und erst durch eine komplexe Aufarbeitung der Forschungsgeschichte entwirrt werden konnten.

Rhombophryne maraorao ist wohl auf das Graben spezialisiert, so die Wissenschaftler.
Rhombophryne maraorao ist wohl auf das Graben spezialisiert, so die Wissenschaftler.

Lebensraumverlust gefährdet Neuentdeckungen

Die Forschung steht unter Zeitdruck. Madagaskar verliert jährlich etwa 2000 Quadratkilometer Wald durch Landwirtschaft, Bergbau und Kohleproduktion. Von den nun insgesamt 27 bekannten Rhombophryne-Arten gelten 24 bereits als gefährdet oder vom Aussterben bedroht. Zwei Arten, R. kilonjy und R. matavy, stehen kurz vor dem vollständigen Verschwinden.

Verborgene Artenvielfalt: Forscher entdecken sieben neue Diamantfrösche auf Madagaskar

Frosch
Eine Froschart auf Madagaskar.

Methodik: Genetische Analysen als Schlüssel

Um die neuen Arten zweifelsfrei zu identifizieren, nutzten die Forscher Methoden der „Museomik“. Dabei wurden DNA-Proben aus alten Frosch-Präparaten entnommen und mit den genetischen Bauplänen lebender Exemplare verglichen.

Ergänzt wurde dieser genetische Abgleich durch morphologische Untersuchungen – etwa der Skelettstruktur – sowie den Vergleich artspezifischer Rufe. Die sieben neu definierten Arten sind:

  • Rhombophryne anatiala
  • Rhombophryne kilonjy
  • Rhombophryne kotrobaratra
  • Rhombophryne mavokely
  • Rhombophryne quentini
  • Rhombophryne sonaliae
  • Rhombophryne maraorao

Dramatischer Rückgang der Amphibien

Der Fund unterstreicht den Reichtum der Insel, doch die Statistik bleibt alarmierend. Laut der Weltnaturschutzunion (IUCN) sind die Amphibien auf Madagaskar die am stärksten bedrohte Artengruppe. 46 Prozent aller dort bekannten Arten sind mittlerweile als gefährdet oder vom Aussterben bedroht eingestuft.