Verbrauch zu hoch, Radstand falsch: Chinas Behörden kontrollieren 100 Autobauer nach Mängeln bei BYD und Geely
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Chinesische Aufsichtsbehörden verstärken die Qualitätskontrollen bei heimischen Herstellern wie BYD und Geely.
Chinesische Aufsichtsbehörden greifen bei den heimischen Autobauern durch. Bei Fahrzeugen von Branchengrößen wie BYD und Geely stellten Prüfer konkrete Abweichungen von den offiziellen Zulassungspapieren fest.
Die Mängel reichten von nicht eingehaltenen Maßtoleranzen über erhöhte Verbrauchswerte bis hin zu fehlenden Bordbüchern. Vier Ministerien, darunter das Ministerium für Industrie und Informationstechnologie, haben daraufhin eine einjährige, landesweite Sicherheits- und Qualitätskampagne gestartet.
Extremes Entwicklungstempo gerät ins Visier der Aufsicht
Chinesische Hersteller bringen neue Modelle üblicherweise in rund zwei Jahren auf den Markt. Etablierte internationale Autobauer benötigen für klassische Entwicklungszyklen meist drei bis fünf Jahre.
Branchenverbände wie die CAAM und Entwicklungsdienstleister planten zuletzt sogar, diesen Zeitraum mithilfe von KI-Systemen auf 18 Monate zu drücken. Staatliche Stellen bezweifeln nun offen, ob eine derart kurze Entwicklungsphase noch Raum für ausreichende Erprobung lässt.
Hintergrund des behördlichen Eingreifens sind der anhaltende Preiskampf und massive Überkapazitäten im chinesischen Markt. Die Behörden befürchten, dass Hersteller unter dem immensen Margendruck wichtige Validierungsschritte verkürzen oder ganz auslassen.
Unangekündigte Inspektionen bei rund 100 Herstellern
Die behördliche Kampagne verpflichtet rund 100 Autobauer dazu, bis Ende 2026 detaillierte Berichte zu Zuverlässigkeit, Haltbarkeit und Verarbeitungsqualität vorzulegen. Bei festgestellten Sicherheitsrisiken müssen die Unternehmen umgehend Rückrufe veranlassen.

Prüfteams ziehen dafür unangekündigt Stichproben aus Fabriken und Autohäusern. Die Hard- und Softwarestände der Fahrzeuge werden vor Ort versiegelt und anschließend Crash-, Batterie- und Cybersecurity-Tests unterzogen.
Konkrete Abweichungen bei Geely EX2 und BYD Qin L DM-i
Die Akten der Ministerien dokumentieren spezifische Regelverstöße. Beim Geely EX2 – auf dem Heimatmarkt als Xingyuan bekannt – wich der tatsächliche Radstand um mehr als die gesetzlich zulässige Toleranz von einem Prozent ab.
Beim Plug-in-Hybrid BYD Qin L DM-i lag der Kraftstoffverbrauch im Modus mit gehaltenem Batterieladestand über dem zertifizierten Prüfwert. Bei weiteren Fahrzeugen beanstandeten die Kontrolleure unzureichende Notfenster-Mechanismen sowie mangelhaften Seitenaufprallschutz.
Als Konsequenz erwägen die Regulierungsbehörden, die vorgeschriebene Straßenerprobung für neue Elektrofahrzeuge auf 30.000 Kilometer zu verdoppeln. Für exportorientierte Marken erhöht das den Druck auf den Auslandsmärkten, wo neue Modelle regulatorisch besonders genau beobachtet werden.
