Verbrenner-Aus bis 2035: Studie warnt vor Verlust von 726.000 Jobs
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Der Wandel zur Elektromobilität setzt die europäische Fahrzeugindustrie massiv unter Druck.
Die europäische Automobilindustrie steht vor einer Zerreißprobe. Hohe Energiekosten, schleppende Konjunktur und internationale Konkurrenz belasten die Hersteller.
Besonders die EU-Pläne für ein faktisches Aus von Verbrennungsmotoren ab 2035 verschärfen die Lage drastisch. Weder die Ladeinfrastruktur noch die Nachfrage im Markt halten derzeit mit den politischen Vorgaben Schritt.
Fraunhofer-Studie: Fast die Hälfte der Antriebsjobs gefährdet
Die Dimension des drohenden Wandels belegt die Studie „ELAB2040: Wertschöpfung und Beschäftigung in der Automobilindustrie“ des Fraunhofer-Instituts für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO. Bleiben die aktuellen Vorgaben unverändert, droht ein historischer Beschäftigungseinbruch.
Bis zum Jahr 2040 könnten europaweit rund 726.000 von insgesamt 1,6 Millionen Arbeitsplätzen im Bereich der Antriebsstrangfertigung wegfallen. Das entspricht einem Verlust von 45 Prozent der Stellen in diesem Sektor.
Auch finanziell droht ein schwerer Schlag: Von 250 Milliarden Euro an Wertschöpfung in der Europäischen Union stehen 95 Milliarden Euro auf dem Spiel.
Deutsche Zulieferer trifft es am härtesten
Deutschland ist als größter Automobilstandort des Kontinents überproportional betroffen. 54,2 Milliarden Euro an Wertschöpfung stehen hierzulande im Feuer – das sind 64 Prozent des gesamten deutschen Volumens in diesem Sektor.

Besonders verwundbar zeigt sich die Zulieferkette: Auf Zulieferbetriebe entfällt mit 35 Milliarden Euro der weitaus größte Teil der gefährdeten Summe.
Forderung nach echter Technologieoffenheit
Um einen abrupten Strukturbruch abzuwenden, fordern Wirtschaftsverbände eine Korrektur der EU-Regulierung. Bislang misst die Flottengesetzgebung Emissionen ausschließlich am Auspuff, wodurch synthetische Kraftstoffe oder CO2-neutrale Materialien unberücksichtigt bleiben.
Selbst das diskutierte 90-Prozent-Reduktionsziel für 2035 mit minimalen Kompensationsmöglichkeiten reicht Experten zufolge nicht aus, um den Abfluss von Wertschöpfung zu stoppen. Gleichzeitig gleichen steigende Elektroauto-Zulassungen die Verluste bei Verbrennern bislang nicht aus, da die Produktionskosten in der EU im Vergleich zu China und den USA kaum wettbewerbsfähig sind.
Standortfaktoren in Deutschland unter Druck
Neben Anpassungen in Brüssel verlangt die Industrie Reformen der Bundespolitik. Hohe Industriestrompreise, langwierige Genehmigungsverfahren und starre Arbeitsmarktregeln behindern notwendige Investitionen in Zukunftstechnologien wie das autonome Fahren.
Ohne Entlastungen bei Unternehmenssteuern und Arbeitskosten verliert der Standort Deutschland im internationalen Wettbewerb weiter an Boden.
