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Verfassung verbietet Einsatz: Britische Kriegsschiffe müssen 22 Kilometer vor Irland stoppen

Küste von Irland Aktuelle News

Irland setzt bei der Sicherung seines Luftraums auf die Unterstützung europäischer Partner.

Vor dem Treffen der EU-Außen- und Verteidigungsminister im irischen County Wicklow patrouilliert eine britische Luftabwehrfregatte in der Irischen See. In irische Hoheitsgewässer darf das Kriegsschiff jedoch nicht einfahren.

Der irische Generalstaatsanwalt stuft den Einsatz ausländischer Streitkräfte auf irischem Hoheitsgebiet als verfassungswidrig ein. Artikel 15 der irischen Verfassung schreibt fest, dass ausschließlich das nationale Parlament militärische Einheiten auf irischem Territorium aufstellen darf. Ausländische Kriegsschiffe müssen deshalb außerhalb der 22-Kilometer-Zone bleiben.

Verbindungsoffizier entscheidet über Raketeneinsatz

Um den Schutz aus der Distanz zu gewährleisten, setzt Dublin auf ein Sonderverfahren. Ein irischer Verbindungsoffizier befindet sich an Bord des ausländischen Kriegsschiffs und hält die finale Entscheidungsgewalt über den Abschuss weitreichender Flugabwehrraketen.

Die irischen Einsatzregeln schreiben vor, dass tödliche Gewalt über nationalem Territorium – etwa gegen Drohnen oder entführte Flugzeuge – ausschließlich von irischem Militärpersonal autorisiert werden darf.

Generalprobe bei Dublin

Das Verfahren kam bereits am 1. Juli zum Einsatz. Zum Auftakt der irischen EU-Ratspräsidentschaft sicherte die französische Fregatte Aquitaine den Luftraum von einer Position außerhalb der Hoheitsgewässer in der Bucht von Dublin aus, begleitet von einem irischen Marineoffizier auf der Brücke.

Verfassung verbietet Einsatz: Britische Kriegsschiffe müssen 22 Kilometer vor Irland stoppen

Irland
Blick auf die irische Küste.

Irlands Marine leidet unter Personalmangel

Irland ist bei der Luft- und Seeüberwachung auf Partner angewiesen. Der irische Marinedienst besitzt zwar acht Schiffe, kann wegen anhaltender Personalengpässe jedoch meist nur zwei bis drei Einheiten parallel betreiben.

Für 2026 plant Dublin Verteidigungsausgaben in Höhe von rund 1,5 Milliarden Euro. Mit einem Wehretat von etwa 0,2 Prozent der Wirtschaftsleistung verzeichnet das neutrale Land dennoch die niedrigste Quote innerhalb der Europäischen Union.

Da Irland kein Nato-Mitglied ist, fehlen standardisierte Kommunikationswege. Französische Besatzungen mussten auf irische Funkgeräte zurückgreifen, da sich auch die Systeme zur Koordinierung von Luft- und Seeeinsätzen unterscheiden.