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Vertrag vorzeitig aufgelöst: Steffen Baumgart und Union Berlin gehen endgültig getrennte Wege

Ex-Union-Trainer Steffen Baumgart auf der Tribüne Aktuelle News

Steffen Baumgart beobachtete das Geschehen zuletzt als Zuschauer auf den Rängen.

Der 1. FC Union Berlin und sein früherer Cheftrainer Steffen Baumgart haben ihren noch bestehenden Vertrag vorzeitig und in beiderseitigem Einvernehmen aufgelöst. Rund fünf Monate nach seiner Freistellung in Folge der 1:3-Niederlage beim 1. FC Heidenheim endet das ursprünglich bis Mai 2027 datierte Arbeitspapier damit knapp neun Monate früher als geplant. Durch diese Einigung ist der Fußballlehrer ab sofort auf dem Markt wieder vollkommen frei verfügbar, während die Berliner ihren Etat spürbar entlasten.

Die Auflösung beseitigt alle vertraglichen Hürden für künftige Interessenten, die bei einer Verpflichtung nun keine Freigabe oder Ablösemodalitäten mehr mit den Köpenickern klären müssen. Gleichzeitig eröffnet der Schritt beiden Seiten eine saubere Trennung nach einer sportlich intensiven Phase in der Fußball-Bundesliga.

Ex-Union-Trainer Steffen Baumgart (Mitte) zeigte sich zuletzt wiederholt auf der Tribüne beim 1. FC Union.
Ex-Union-Trainer Steffen Baumgart auf der Tribüne beim 1. FC Union Berlin.

Verpasste Optionen und das Profil auf dem Trainermarkt

Trotz der nun erlangten Unabhängigkeit ist der Markt im deutschen Profifußball aktuell eng besetzt. Hansa Rostock signalisierte Interesse, doch ein Engagement in der 3. Liga kam für Baumgart nicht infrage; die Hanseaten verpflichteten daraufhin André Breitenreiter. Auch Hannover 96 besetzte seinen Trainerposten anderweitig und entschied sich für Sandro Wagner.

Besonders bei Borussia Mönchengladbach stand nach dem Aus von Eugen Polanski ein Profil im Raum, das exakt auf Baumgarts Vita passte: Gesucht wurde ein Coach mit Erfahrung und Durchsetzungsvermögen in traditionsreichen, erwartungsvollen Klubs. Sportchef Rouven Schröder betonte damals hinsichtlich möglicher vertraglicher Verpflichtungen potenzieller Kandidaten:

„Mit dem Ex-Verein muss man ja fast immer reden, aber vielleicht in diesem Falle nicht.“

Weil Baumgart zu diesem Zeitpunkt noch fest an die Berliner gebunden war, entschied sich Mönchengladbach schließlich für Alexander Blessin. Mit dem nun aufgelösten Arbeitspapier fällt dieser Verhandlungsvorbehalt für zukünftige Anfragen komplett weg.

Sein bislang letzter Auftritt an der Seitenlinie: Steffen Baumgart musste bei Union im April nach der Niederlage in Heidenheim gehen.
Steffen Baumgart an der Seitenlinie bei seinem letzten Spiel für den 1. FC Union Berlin.

Pause statt Blitz-Rückkehr: Erste Erholungsphase nach zehn Jahren

Entgegen der verbreiteten Annahme, freigestellte Trainer würden umgehend nach der nächsten Vakanz suchen, plant Baumgart aktuell keine direkte Rückkehr an die Seitenlinie. Nach fast einem vollen Jahrzehnt ohne Unterbrechung im Profifußball nutzt er die gewonnene Zeit für private Reisen mit seiner Ehefrau Katja.

Seit seinen Anfängen betreute er ohne größere Pause namhafte Stationen im deutschen Fußball:

Vertrag vorzeitig aufgelöst: Steffen Baumgart und Union Berlin gehen endgültig getrennte Wege
  • SC Paderborn: Aufbau- und Erfolgsjahre in der 1. und 2. Bundesliga
  • 1. FC Köln: Etablierung im Oberhaus und Europapokal-Teilnahme
  • Hamburger SV: Station im packenden Zweitliga-Aufstiegskampf
  • 1. FC Union Berlin: Bundesliga-Engagement bis zur Freistellung nach dem Heidenheim-Spiel

Die Lage bei Union Berlin und die Auswirkungen der Einigung

Für den 1. FC Union Berlin bedeutet die Einigung einen wichtigen wirtschaftlichen Schnitt. Trotz einer branchenüblichen Abfindung sparen die Eisernen im Vergleich zu einer Gehaltsfortzahlung bis 2027 Summen ein, die im sportlichen Bereich Spielraum schaffen.

Aspekt Details zur Vertragslage
Ursprüngliche Laufzeit Vertraglich gebunden bis Mai 2027
Beendigungsstatus Vorzeitige Auflösung in beiderseitigem Einvernehmen
Verfügbarkeit Trainer Ab sofort ablösefrei und verhandlungsbereit
Ausgangslage Union Finanzieller Spielraum für vertragslose Spieler nach Fehlstart

Sportlich stehen die Köpenicker nach einem schweren Saisonauftakt mit lediglich einem Zähler aus vier Partien und einem deutlichen 0:7 beim FC Bayern München unter Zugzwang. Das durch die Vertragsauflösung eingesparte Budget könnte Sportgeschäftsführer Horst Heldt nun die Möglichkeit eröffnen, zeitnah auf dem Markt für vereinslose Profis aktiv zu werden.

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