Vier Australier kaufen sizilianisches Haus für einen Euro – und riskieren alles
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Eine typische Gasse in der sizilianischen Stadt Salemi.
Die Immobilienpreise in ihrer Heimat wurden für Miles, Ricky, Jack und Riley unbezahlbar. Also suchten die vier australischen Freunde ihr Glück in der Ferne: auf Sizilien. Ihr Ziel war ein symbolisches Investment – ein Haus für nur einen Euro.
Was wie ein Schnäppchen klingt, entpuppte sich als logistische Herausforderung. Die Gruppe hat sich dazu verpflichtet, die Immobilie innerhalb von nur drei Monaten in Eigenregie kernzusanieren.
Vom Traum zur Bauruine
Die erste Suche vor Ort war ernüchternd. Die Männer besichtigten zahlreiche Objekte, die in katastrophalem Zustand waren. Ricky beschrieb den ersten Eindruck in einem Video ungeschönt: „Das Dach ist komplett eingestürzt. Hier gibt es tote Tauben und jede Menge Dreck.“
Eine Straße in der sizilianischen Stadt Salemi.
Unter dem Namen „The one euro dream“ dokumentieren sie ihre Fortschritte auf Social Media. Die Geschichte findet Anklang: Mit Stand August 2026 folgen den Australiern rund 530.000 Menschen auf Instagram, ihr erfolgreichstes Video erreichte bereits 6,5 Millionen Aufrufe.
Der Zeitfaktor: 90 Tage für den Umbau
In Salemi, im Westen Siziliens, wurden sie schließlich fündig. Doch die Umsetzung läuft holprig: Enge Gassen machen den Materialtransport schwierig, und bei der Logistik unterlaufen der Gruppe regelmäßig Fehler. „Einige von uns sind Handwerker, andere nicht“, räumen sie ein. „Vielleicht sind wir verrückt. Aber wir werden eine Menge Spaß haben.“

Ihr Zeitplan ist extrem eng. Als australische Staatsbürger dürfen sie sich innerhalb des Schengen-Raums ohne Visum grundsätzlich nur für 90 Tage innerhalb eines Zeitraums von 180 Tagen aufhalten. Dies erzwingt das ambitionierte Drei-Monats-Ziel für den Umbau.
Die verborgenen Kosten hinter dem Ein-Euro-Deal
Das Konzept der Ein-Euro-Häuser dient italienischen Gemeinden dazu, dem Leerstand in schrumpfenden Orten entgegenzuwirken. Doch der niedrige Kaufpreis ist lediglich der Einstieg. Wer ein solches Projekt startet, muss strenge Auflagen erfüllen.
Die Rahmenbedingungen beinhalten meist hohe Hürden:
- Kaution: Gemeinden fordern oft Sicherheitsleistungen zwischen 3.000 und 10.000 Euro.
- Nebenkosten: Notar, Grundbucheinträge, Steuern und Baugenehmigungen schlagen mit bis zu 20.000 Euro zu Buche.
- Sanierung: Die eigentliche Instandsetzung – Dach, Leitungen, Elektrik – kann laut Experten 100.000 Euro oder mehr verschlingen.
Die Australier stehen also vor einer finanziellen und handwerklichen Kraftanstrengung, die weit über den symbolischen Kaufpreis hinausgeht.

