Zum Inhalt springen
On Air Festival

Vier Gewürze in einer Beere: Warum Piment in Ketchup, Wurst und Gin steckt

Getrocknete Pimentkörner auf einer Holzoberfläche Aktuelle News

Pimentkörner sind die getrockneten Beeren des Pimentbaums aus der Karibik.

Ob in Ketchup, Wurstwaren, Marinaden oder Süßgetränken: Piment ist in zahlreichen industriell hergestellten Lebensmitteln enthalten. Obwohl viele Menschen den Geschmack regelmäßig konsumieren, ist die Herkunft der Zutat oft unbekannt.

Bei Piment, auch als Nelkenpfeffer bekannt, handelt es sich um die unreifen, getrockneten Beeren des Pimentbaums. Die Pflanze wächst vor allem in Südamerika und der Karibik, insbesondere auf Jamaika.

Geschmacklich vereint die Beere Noten von Muskatnuss, Gewürznelken und Zimt mit einer leichten Schärfe. Wegen dieses vielschichtigen Aromaprofils trägt das Gewürz im Englischen den Namen „Allspice“.

Historische Wurzeln und weltweiter Einsatz

Auf Jamaika bildet Piment die zentrale Zutat der traditionellen Jerk-Gewürzmischung. Diese Zubereitungsmethode für Fleisch entwickelten im 17. Jahrhundert geflohene Sklaven gemeinsam mit den indigenen Taíno.

In europäischen Küchen findet das Gewürz vielseitige Verwendung in Fleisch-, Wild- und Fischgerichten sowie in Suppen, Saucen und asiatischen Speisen. Auch in Süßspeisen, Lebkuchen, Pumpkin Spice Latte oder Gin Tonic kommt das Aroma zum Einsatz.

Vier Gewürze in einer Beere: Warum Piment in Ketchup, Wurst und Gin steckt

Tipps für die richtige Zubereitung

Das Bundeszentrum für Ernährung empfiehlt, ganze Pimentbeeren zu kaufen und diese erst unmittelbar vor dem Kochen zu mahlen oder zu zerstoßen. Auf diese Weise verflüchtigen sich die enthaltenen ätherischen Öle nicht vorzeitig.

Ganze Körner versus Pulver

Ganze Beeren eignen sich für lang kochende Speisen wie Schmorgerichte, Eintöpfe, Brühen und Marinaden, da sie ihr Aroma nur langsam an die Flüssigkeit abgeben. Vor dem Servieren sollten die harten Körner herausgefiltert werden.

Gemahlener Piment setzt seine Aromen sofort frei und gehört daher bevorzugt in Backwaren, Würzmischungen oder erst kurz vor Garende in die Sauce. Da das Gewürz sehr intensiv ist, überdeckt eine zu hohe Dosierung schnell andere Zutaten.