Vier-Satz-Sieg in New York: Alexander Zverev gewinnt US Open gegen Ben Shelton nach 3:33 Stunden
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Alexander Zverev holt in New York seinen zweiten Grand-Slam-Titel.
Alexander Zverev blickte nach dem verwandelten Matchball zunächst ungläubig zur Anzeigetafel, ehe er die Arme in die Höhe riss. Erst mit einigen Sekunden Verzögerung realisierte der 29-Jährige seinen Finalsieg bei den US Open.
Mit 6:3, 7:6 (7:2), 5:7 und 6:2 setzte sich Zverev im Endspiel gegen den US-Amerikaner Ben Shelton durch. Nach seinem Triumph bei den French Open feierte die deutsche Nummer eins damit den zweiten Grand-Slam-Titel seiner Karriere und trat als zweiter deutscher Einzelsieger in New York nach Boris Becker im Jahr 1989 in die Geschichtsbücher ein.

Alexander Zverev bejubelt seinen Triumph im Finale der US Open in New York.
Historischer Triumph nach 3:33 Stunden
Vor prominenten Zuschauern wie den Schauspielern Brad Pitt und Pierce Brosnan sowie der früheren Skirennläuferin Lindsey Vonn verwandelte Zverev nach 3:33 Stunden seinen ersten Matchball. Auf den Tag genau sechs Jahre nach seiner bitteren Fünfsatzniederlage gegen Dominic Thiem an gleicher Stelle behielt der Hamburger diesmal die Nerven.
Für Shelton endete das Turnier mit der sechsten Niederlage im sechsten direkten Duell gegen Zverev. Der 23-Jährige verpasste die Chance, als erster US-Amerikaner seit Andy Roddick im Jahr 2003 ein Grand-Slam-Turnier im Herreneinzel zu gewinnen.
Ben Shelton während des Endspiels der US Open im Arthur Ashe Stadium.
Emotionale Dankesworte an die Familie
Um 18:14 Uhr Ortszeit nahm Zverev die Trophäe aus den Händen der Tennis-Legende Jimmy Connors entgegen. In seiner Rede dankte er insbesondere seiner Mutter, die ihn trotz seiner früh diagnostizierten Diabetes-Erkrankung stets auf dem Weg zur Tenniskarriere unterstützt hatte.

„Wir haben 30 Jahre lang keinen Grand-Slam-Titel gewonnen und jetzt haben wir zwei in drei Monaten gewonnen“, erklärte Zverev auf dem Platz. Boris Becker würdigte den Erfolg beim Sender sporteurope.tv als „Lebensleistung der Familie Zverev“ und bezeichnete die verspätete Siegesreaktion als die „Szene des Jahres“.
Debatte um die Aufschlagvorbereitung
Während der Partie geriet Zverevs Routine vor dem Service in den Fokus. Nach Beschwerden von Shelton über das wiederholte Auftippen des Balls ermahnte Schiedsrichterin Marijana Veljović den Deutschen, das Spieltempo anzuziehen. Im vierten Satz erhielt er beim Stand von 2:1 zudem eine offizielle Verwarnung wegen Zeitüberschreitung.
Sportlich blieb Zverev von den Diskussionen und der Kulisse im Arthur Ashe Stadium weitgehend unberührt. Nachdem er im ersten Durchgang schnell mit einem Break in Führung ging und den zweiten Satz im Tiebreak mit 7:2 dominierte, fing er sich nach einem verlorenen dritten Satz umgehend wieder und dominierte den finalen Durchgang von der Grundlinie.

