Zum Inhalt springen
On Air Festival

Vom Kellerfund zum Jackpot: Rentner fordert 18.000 Euro für 100 alte Lire

Ein historisches italienisches Sparbuch aus den 1940er Jahren. Aktuelle News

Der zufällige Fund im Keller könnte für Giorgio D. zum finanziellen Glücksfall werden.

Ein ungewöhnlicher Fund im Keller

Beim Aufräumen seines Hauses in Borgo Valsugana im Trentino stieß Giorgio D. (83) auf einen alten Koffer. Darin befanden sich neben Dokumenten und Arbeitsmaterialien aus dem Familienunternehmen ein historisches Sparbuch seines Vaters Adriano.

Das Konto bei der damaligen Cassa di Risparmio di Verona, Vicenza e Belluno wurde 1945 eröffnet. Der letzte dokumentierte Stand aus dem Oktober 1946 weist ein Guthaben von 100 Lire aus.

18.000 Euro Forderung durch Zinseszins

Angeregt durch ähnliche Berichte in der Presse stellte sich Giorgio die Frage, ob das alte Dokument heute noch einen Wert besitzt. Er nahm Kontakt zu einer Vereinigung auf, die sich auf die Rückgewinnung alter Bankguthaben spezialisiert hat.

Nach einer Berechnung des Verbands ergibt sich unter Berücksichtigung von Wertsteigerungen, Zinsen und dem Zinseszins der vergangenen Jahrzehnte eine beachtliche Summe: Das Guthaben von 100 Lire könnte heute einen Gegenwert von etwa 18.000 Euro haben.

Ungewisser Ausgang der Forderung

Giorgio D. hat bei der Nachfolgebank des ursprünglichen Instituts einen offiziellen Zahlungsantrag eingereicht. Ob er tatsächlich eine Auszahlung erhält, ist jedoch unklar. Ein zentraler Streitpunkt bleibt die mögliche Verjährung des Anspruchs.

Vom Kellerfund zum Jackpot: Rentner fordert 18.000 Euro für 100 alte Lire

Trotz der rechtlichen Hürden ist der Rentner entschlossen, den Versuch zu wagen. Er plant, den Anspruch konsequent zu verfolgen.

Historischer Kontext: Das Ende der Lira

Die italienische Lira war von 1861 bis Ende 2001 das offizielle Zahlungsmittel Italiens. Mit der Einführung des Euro am 1. Januar 1999 als Buchgeld und der physischen Währung 2002 endete ihre Ära. Der offizielle Umrechnungskurs war auf 1 Euro gleich 1936,27 Lire festgelegt.

Seit 2012 ist ein Umtausch alter Lira-Bestände in Italien nicht mehr möglich. Dies unterscheidet sich maßgeblich von der Regelung in Deutschland, wo die Bundesbank D-Mark-Bestände zeitlich unbegrenzt und gebührenfrei in Euro umtauscht.