Vom Luxusleben hinter Gitter: Wie eine Influencerin nach ihrer Verhaftung alles verlor
Aktuelle News
Die ehemalige Influencerin Claudia verbüßt derzeit eine Haftstrafe wegen gemeinschaftlichen gewerblichen Betrugs.
Sie hatte 200.000 Follower, lebte im Luxus und präsentierte sich als Erfolgsmodell. Heute ist von diesem Leben wenig geblieben: Claudia, Anfang 30, sitzt wegen gemeinschaftlichen gewerblichen Betrugs im Gefängnis. In der ARD-Reportage „Mütter im Knast“ (Y-Kollektiv) bricht sie ihr Schweigen über den Tag der Verhaftung und die Konsequenzen für ihre Familie.
Der Morgen, der alles veränderte
Es war ein Dienstagmorgen um sieben Uhr. Während Claudias Kinder sich für die Schule fertig machten, stand die Polizei vor der Tür. Claudia und ihr Mann wurden aufgrund von ignorierten Haftbefehlen festgenommen. „Ich habe nicht gedacht, dass eine Mutter verhaftet wird“, sagt sie rückblickend.
Da das Paar niemanden vorab informierte, wurden die Kinder direkt nach der Festnahme in behördliche Obhut gegeben. „Wir konnten uns verabschieden und dann wurden die Kinder direkt mitgenommen“, erinnert sich Claudia. Heute leben die Kinder an unterschiedlichen Orten, die älteren bei der Großmutter. Alle Beteiligten sind in psychologischer Betreuung, um das Trauma der Verhaftung aufzuarbeiten.
Vom Influencer-Lifestyle zum offenen Vollzug
Vor ihrer Inhaftierung inszenierte Claudia ein Leben voller Designertaschen und teurer Autos. Von ihren einst 200.000 Followern sind heute noch 20.000 geblieben. Derzeit befindet sie sich im offenen Vollzug der JVA Köln-Ossendorf, nachdem sie zuvor aufgrund von Regelverstößen mehrfach in den geschlossenen Vollzug verlegt worden war.
Der Kontakt zu ihren Kindern bleibt schwierig und beschränkt sich primär auf Briefe. Die JVA sei kein Ort für Kinder, erklärt sie.

Ein Neuanfang als Köchin
Claudia hat ihren beruflichen Fokus verschoben. Nach ihrer Zeit als Friseurmeisterin und ihrer Karriere als Influencerin absolviert sie nun im Rahmen des offenen Vollzugs eine Ausbildung zur Köchin. „Früher war ich Mama, Influencerin und Betrügerin. Jetzt kann ich einfach Köchin sein“, sagt sie über ihren aktuellen Alltag.
Ihr Ziel nach der Entlassung ist klar: Sie möchte ihre jüngsten Kinder wieder bei sich aufnehmen. Gleichzeitig reflektiert sie kritisch über die Zeit, die sie in Haft verloren hat. Einschulungen, Kommunionen oder die ersten Fahrradversuche der Kinder fanden ohne sie statt. Ihr altes Leben, so betont sie, wolle sie nicht wieder aufnehmen.
Die Reportage „Y-Kollektiv: Mütter im Knast“ ist in der ARD-Mediathek verfügbar.
