Vom Massenprodukt zum Luxusobjekt: Billy-Regal aus Aluminium für 60.000 Euro
Ratgeber & Tipps
Das ikonische Billy-Regal als minimalistische Aluminium-Skulptur von Heimo Zobernig.
Ein vertrautes Design, neu interpretiert
Das Billy-Regal ist ein globales Phänomen. Seit seiner Einführung im Jahr 1979 wurde das System geschätzt 140 Millionen Mal verkauft. In der Regel begegnet man dem Möbelstück aus Spanplatte – doch der österreichische Künstler Heimo Zobernig hat das Design nun radikal transformiert.
Zobernig, bekannt für seine Teilnahme an der Documenta und der Biennale in Venedig, hat das Regal in massivem Aluminium gefertigt. Mit den Maßen 200 × 80 × 30 Zentimetern wird aus dem funktionalen Gebrauchsgegenstand ein Objekt der Minimal Art.
Industrielle Ästhetik statt Spanplatte
Die silbrigen Oberflächen des Regals sind von einer eigenen Ästhetik geprägt. An den Innenseiten der Regalwangen finden sich dezente Zahlen und Buchstaben, die wie eine kryptische Botschaft wirken. Dabei handelt es sich jedoch um die originalen Materialkennzeichnungen des Aluminiumwerks.
Die 20 Millimeter starken Platten bestehen aus einer korrosionsbeständigen Aluminiumlegierung. Das Material ist zwar äußerst robust und langlebig, doch die Intention des Künstlers liegt hier nicht in der praktischen Nutzung. Das Objekt ist in seiner wertigen Ausführung eher ein auratisches Ausstellungsstück als ein Stauraum für den Alltag.
Ein langjähriger Dialog mit dem Objekt
Die Verbindung zwischen Zobernig und dem Billy-Regal reicht bis in die späten 1970er-Jahre zurück. 1977 kam der in Kärnten geborene Künstler nach Wien, just in dem Jahr, als dort die erste Ikea-Filiale eröffnete. Über Jahrzehnte hinweg setzte sich Zobernig in seinem Werk intensiv mit dem Minimalismus auseinander.

Anstatt auf klassische Materialien wie Stahl oder Stein zu setzen, integrierte er in seiner Kunst oft Alltagsgegenstände: von Schaufensterpuppen über Styropor bis hin zu Pressspan. Seine früheren Arbeiten mit dem Billy-Regal umfassten das Zerlegen und Neuzusammensetzen der Standardmodelle.
Preise und Verfügbarkeit
Die neue Serie aus Aluminium wird als eine Art „Superserie“ verstanden. Sie ist auf eine Auflage von sieben Exemplaren limitiert. Wer eines dieser Stücke erwerben möchte, muss tief in die Tasche greifen: Der Preis liegt bei 60.000 Euro pro Stück.
Aufgrund des beachtlichen Gewichts des Aluminiums erfolgt der Zusammenbau erst direkt am Aufstellungsort. Interessierte können die minimalistischen Regale noch bis zum 28. August 2026 in der Berliner Filiale der Galerie Nagel Draxler im Kontext weiterer Arbeiten von Heimo Zobernig besichtigen.
