Zum Inhalt springen
On Air Festival

Vom Schlachthof zum Würstchen: Lengdorfer Metzgerei klärt Kinder auf

Ein Kind bei der Wurstherstellung im Rahmen des Ferienprogramms der Metzgerei Menzinger. Aktuelle News

Im Rahmen des Ferienprogramms durften die Kinder in der Lengdorfer Metzgerei Menzinger den Weg vom Fleisch bis zum Produkt mitverfolgen.

Für den kleinen Benedikt ging es direkt an die Wurst. Im Rahmen des Ferienprogramms durften die Kinder in der Lengdorfer Metzgerei Menzinger den Weg vom Fleisch bis zum Produkt mitverfolgen.
Kinder beim Ferienprogramm in der Metzgerei Menzinger in Lengdorf.

Was passiert eigentlich, bevor das Wiener Würstchen auf dem Teller landet? Um diese Frage zu klären, öffnete die Metzgerei Menzinger in Lengdorf ihre Türen für eine Gruppe Ferienkinder. Ausgestattet mit individuell beschrifteten Papierhütchen erhielten die jungen Teilnehmer einen Einblick in das traditionelle Fleischerhandwerk.

Vom Tier zum Zuschnitt

Ausbildungsleiter Günter Peschke führte die Kinder durch den Prozess. Er demonstrierte an einer Schweinehälfte das fachgerechte Zerlegen – eine Arbeit, die er wöchentlich bei etwa 20 Tieren verrichtet. „Das Wichtigste sind scharfe Messer“, erklärte Peschke, während er das Werkzeug nachschleifte.

Die Kinder beobachteten, wie Haxe und Schulter abgetrennt, Haut entfernt und Knochen durchtrennt wurden. Peschke nutzte die Gelegenheit für eine kleine Anatomiestunde: Er erläuterte den Aufbau von Gelenken und der Wirbelsäule und zog Parallelen zur menschlichen Anatomie. Nach etwa 30 Minuten lag das zerlegte Tier bereit zur weiteren Verarbeitung.

Einblicke in die Produktion

Die Exkursion führte die Gruppe auch in den Schlachtbereich. Besonders das Staunen war groß, als die Kinder die gekühlten Rinderhälften und die elektrische Betäubungszange zu Gesicht bekamen – ein seltener Blick hinter die Kulissen einer professionellen Metzgerei.

Im Anschluss übernahmen Andreas und Johann Menzinger das Ruder. Sie zeigten den Kindern, wie das Fleisch für die Wiener zerkleinert und mit Eis sowie Gewürzen zu einem feinen Brei verarbeitet wird. Die Inhaber räumten dabei mit dem Klischee auf, dass Metzger lediglich aus Sparsamkeit Eis hinzufügen. „Ohne Eis schmeckt die Wurst einfach fad“, erklärten sie den Nachwuchs-Metzgern.

Handwerk zum Mitmachen

Das absolute Highlight für die Teilnehmer war das manuelle Abdrehen der Würste. Während die Därme zugekauft werden, ist das Abdrehen per Hand eine Spezialität, die im Landkreis wohl einzigartig ist. Die Kinder durften selbst Hand anlegen und versuchten, aus dem Wurststrang einzelne Wiener zu formen.

Trotz der anfänglichen Schwierigkeiten bei der Technik zeigten sich die Experten geduldig, bis jedes Kind den Dreh heraushatte. Zum Abschluss gab es eine gemeinsame Brotzeit mit Leberkäse und den selbst hergestellten Wienern. Für die Kinder war das Erlebnis eine Lektion darüber, dass hinter einem Lebensmittel mehr steckt als nur die fertige Ware aus der Theke.