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Vom Stolz der Technik zur Ruine: Ehemaliger Nixdorf-Hauptsitz wird zwangsversteigert

Die verfallene Fassade des ehemaligen Nixdorf-Gebäudekomplexes in Paderborn. Aktuelle News

Das ehemalige Zentrum der Computerindustrie in Paderborn befindet sich heute in einem desolaten Zustand.

Das einstige Areal der Siemens Nixdorf Informationssysteme AG in Paderborn steht exemplarisch für den Aufstieg und Fall deutscher Ingenieurskunst. Wo einst Europas größter Computerkonzern die IT-Welt prägte, klafft heute eine Lücke im Stadtbild. Die Anlage kommt nun unter den Hammer.

Vom Tech-Giganten zum Sanierungsfall

Nach der Übernahme von Nixdorf durch Siemens im Jahr 1990 galt das Gelände an der Riemekestraße 160 als Herzstück der europäischen Computerbranche. Heute ist das Areal seit Jahren verwaist. Ein im Jahr 2020 geplantes 200-Millionen-Euro-Investment der Fakt AG scheiterte; das Unternehmen meldete zwei Jahre später Insolvenz an.

Das Ergebnis ist eine Zwangsversteigerung. Der Verkehrswert der Immobilie wird laut „Westfalen-Blatt“ auf rund 5 Millionen Euro taxiert. Zwar liegt der reine Bodenwert bei 10,1 Millionen Euro, doch die massiven Kosten für Abriss und Entsorgung drücken den Wert erheblich.

Ein Gelände im Verfall

Das Gutachten der Sachverständigen Jytte Droste zeichnet ein düsteres Bild. Die 40.000 Quadratmeter Bürofläche auf dem 120.000 Quadratmeter großen Areal sind nicht mehr nutzbar. Die Bausubstanz ist durch jahrelangen Leerstand zerstört.

Vom Stolz der Technik zur Ruine: Ehemaliger Nixdorf-Hauptsitz wird zwangsversteigert


Die verfallene Fassade des ehemaligen Nixdorf-Gebäudekomplexes in Paderborn.

Eingeschlagene Fenster, zerstörte Eingänge und beschmierte Wände prägen das Gelände. Eine Sanierung gilt angesichts der aktuellen Lage auf dem Büromarkt als unwirtschaftlich.

Ständiger Brennpunkt für die Polizei

Das verlassene Gelände ist längst zum Sicherheitsrisiko geworden. Allein zwischen Anfang 2025 und dem Frühjahr 2026 verzeichnete die Polizei 45 Einsätze wegen Hausfriedensbruchs, Diebstählen und Sachbeschädigung. Erst im Juli dieses Jahres musste die Feuerwehr mit 50 Kräften einen Brand auf dem Areal löschen.

Die Zwangsversteigerung ist für den 2. Dezember um 13 Uhr am Amtsgericht Paderborn (Am Bogen 2–4, Sitzungssaal 218) angesetzt. Ob sich ein Käufer für das belastete Grundstück findet, bleibt abzuwarten.