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Vom Vollzeitjob in den „sanften Ruhestand“: Warum dieser Amerikaner nach 11 Tagen zurückkehrte

George Crabtree im Gespräch oder bei der Arbeit. Aktuelle News

George Crabtree fand nach seinem offiziellen Renteneintritt eine neue Balance zwischen Arbeit und Freizeit.

Eigentlich hatte George Crabtree seine Karriere in der Druckindustrie nach 40 Jahren offiziell beendet. Mit 64 Jahren wollte der US-Amerikaner mehr Zeit mit seiner Frau verbringen und den Ruhestand genießen. Doch nur elf Tage nach seinem Abschied klingelte das Telefon: Sein früherer Arbeitgeber benötigte dringend Hilfe, da Personal ausgefallen war.

Der unerwartete Anruf

Statt eines kompletten Rückzugs aus dem Berufsleben entschied sich Crabtree für einen Kompromiss. Die Verbundenheit zu seinen ehemaligen Kollegen und die Wertschätzung durch das Unternehmen bewogen ihn dazu, das Angebot anzunehmen. Er kehrte zurück – allerdings nicht in den alten 12-Stunden-Trott, sondern in ein maßgeschneidertes Modell.

Heute arbeitet Crabtree drei Tage die Woche, jeweils von 6:00 bis 14:30 Uhr. Er bezeichnet diesen Lebensstil als „sanften Ruhestand“. Die Arbeit bestimmt nicht mehr seinen gesamten Alltag, sondern fügt sich in einen Rhythmus ein, der genügend Raum für Privates lässt.

Balance statt Stillstand

Dass er überhaupt in Rente gehen wollte, war eine bewusste Entscheidung nach Todesfällen im engsten Umfeld. Finanziell ist das Paar gut aufgestellt, da sie ihren Rentenbezug ohnehin erst für das 70. Lebensjahr geplant hatten.

Sein Alltag ist nun ein Mix aus verschiedenen Aktivitäten:

Vom Vollzeitjob in den „sanften Ruhestand“: Warum dieser Amerikaner nach 11 Tagen zurückkehrte
  • Beruf: Drei Tage pro Woche bei seinem alten Arbeitgeber.
  • Ehrenamt: Dienstags und donnerstags engagiert er sich in einem botanischen Garten.
  • Freizeit: Sport und ausgedehnte Fernreisen, wie zuletzt nach China, haben Priorität.

Ein Trend über Landesgrenzen hinweg

Crabtrees Geschichte steht stellvertretend für eine wachsende Entwicklung. In den USA ist der Anteil der über 65-Jährigen am Arbeitsmarkt von 12,9 Prozent im Jahr 2000 auf 19,1 Prozent im Jahr 2025 gestiegen.

Auch in Deutschland zeichnet sich ein ähnlicher Trend ab. Hier stieg der Anteil der erwerbstätigen 65- bis 69-Jährigen im gleichen Zeitraum von 14 auf 23 Prozent. Die Bundesregierung reagierte darauf Anfang 2026 mit der Einführung der „Aktivrente“. Ziel ist es, das Weiterarbeiten attraktiver zu gestalten, indem unter bestimmten Voraussetzungen bis zu 2000 Euro des monatlichen Arbeitslohns steuerfrei bleiben.

Für George Crabtree bleibt sein Modell der ideale Weg. Er hat den Vollzeitstress gegen Flexibilität eingetauscht und bewiesen, dass ein „Rentenbeginn“ nicht zwangsläufig das Ende der beruflichen Tätigkeit bedeuten muss.