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Von 8 Bauen auf über 700 Tiere: Der Feldhamster erobert NRW zurück

Ein Feldhamster blickt aus seinem Erdbau hervor Aktuelle News

Der Feldhamster stand in Nordrhein-Westfalen kurz vor dem Aussterben.

Feldhamster in seinem Bau.
Feldhamster in seinem Bau.

Im Frühjahr 2024 startete auf einem Acker bei Zülpich eine entscheidende Rettungsaktion. Helfer setzten 98 Feldhamster gezielt im Getreide aus, um die Art vor dem endgültigen Verschwinden zu bewahren.

Die Maßnahmen zeigen deutliche Wirkung. Nach Angaben des NRW-Umweltministeriums leben mittlerweile wieder mehr als 700 Feldhamster in freier Natur.

Rettung vor dem Aussterben in Nordrhein-Westfalen

Vor knapp einem Jahrzehnt stand die Population unmittelbar vor dem Zusammenbruch. Im Jahr 2011 wurden im Raum Zülpich noch rund 100 Exemplare erfasst, bis 2016 schließlich nur noch acht bewohnte Baue übrig blieben.

Um die Art im Bundesland zu erhalten, fingen Artenschützer die letzten verbliebenen Wildtiere ein. Intensive Bejagung in früheren Jahrzehnten sowie die moderne, großflächige Landwirtschaft hatten den Nagern zuvor fast den gesamten Lebensraum entzogen.

Eine Auswilderungsaktion des Feldhamsters in NRW.
Eine Auswilderungsaktion des Feldhamsters in NRW.

Erfolgreiche Nachzucht im Münsterland

Das Fundament für die Rückkehr bildete ein zentrales Nachzuchtprogramm im Artenschutzzentrum Metelen. Bis 2024 wurden dort rund 1.500 Tiere aufgezogen, mit einem jährlichen Zuwachs von durchschnittlich 200 Jungtieren.

Aus Metelen stammen die Tiere für die Wiederansiedlungen in der Zülpicher Börde sowie in den Regionen um Rommerskirchen, Pulheim und Aachen.

Schutzmaßnahmen auf den Äckern

Für die Auswilderung gruben Experten alle 25 Meter künstliche Baue mit Startfutter in die Felder ein. Schutzzäune hielten Beutegreifer wie Füchse zunächst fern.

  • Landwirte bewirtschaften Flächen gezielt hamsterfreundlich und erhalten dafür Fördergelder des Landes.
  • Erwachsene Feldhamster erreichen eine Größe von 20 bis 25 Zentimetern und halten ab Oktober etwa sechs Monate Winterschlaf.
  • Auch andere bedrohte Arten wie der Goldene Scheckenfalter im Siegerland und die Uferschnepfe am Niederrhein verzeichnen wachsende Bestände.