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Vorwurf der sexuellen Belästigung: Pierre Ménès zerrt Journalistin Marie Portolano vor Gericht

Vorwurf der sexuellen Belästigung: Pierre Ménès zerrt Journalistin Marie Portolano vor Gericht Aktuelle News

Vorwurf der sexuellen Belästigung: Pierre Ménès zerrt Journalistin Marie Portolano vor Gericht

Die französische Sportjournalistin und TV-Moderatorin Marie Portolano steht vor dem Pariser Strafgericht. Auslöser ist eine Verleumdungsklage des ehemaligen Fußball-Experten Pierre Ménès, gegen den Portolano schwere Vorwürfe wegen eines mutmaßlichen sexuellen Übergriffs im Jahr 2016 erhoben hat.

Die Verhandlung vor der 17. Kammer des Strafgerichts könnte sich jedoch verzögern. Die Verteidigung des 63-jährigen Ménès beantragte eine Vertagung und begründete diesen Schritt mit einem anstehenden Arzttermin in Rennes.

Enthüllungen im Buch „Je suis la femme du plateau“

Ménès zog drei Monate nach dem Erscheinen von Portolanos Buch Je suis la femme du plateau vor Gericht. Das Werk erschien im März 2024 im Verlag Éditions Stock und thematisiert einen Vorfall, der sich 2016 am Set des Senders Canal+ ereignet haben soll.

In den beanstandeten Textpassagen beschreibt die 40-jährige Journalistin das damalige Verhalten des TV-Experten, ohne ihn direkt beim Namen zu nennen. Sie schildert einen Mann, der sich herausgenommen habe, Frauen in seinem Umfeld nach Belieben und ohne deren Zustimmung anzufassen. An anderer Stelle hält sie fest: „Er gibt zu, dass er es getan hat.“

Chronologie des TV-Skandals

  • 2016: Am Set des Formats Canal Football Club soll Ménès der Journalistin vor Publikum den Rock hochgehoben und sie unsittlich berührt haben.
  • 2021: Die Ausstrahlung der Dokumentation Je ne suis pas une salope, je suis une journaliste deckt Sexismus in den französischen Sportmedien auf. Canal+ beendet die Zusammenarbeit mit Ménès nach fast zwölf Jahren.
  • 2022: Die Staatsanwaltschaft Nanterre leitet nach den Berichten eine offizielle Untersuchung ein.
  • 2023: Ménès wird in einem separaten Verfahren wegen eines sexuellen Übergriffs in einer Pariser Sportfiliale zu zwei Monaten Haft auf Bewährung verurteilt.

Juristischer Streit um Verleumdungsvorwurf

Neben Portolano ist auch Manuel Carcassonne, der Geschäftsführer des Verlags Éditions Stock, in dem Verfahren angeklagt. Im französischen Strafrecht führt eine Klage wegen Verleumdung bei formaler Zivilklageerhebung nahezu automatisch zur Prozesseröffnung.

Portolanos Anwalt Christophe Bigot kritisierte das Vorgehen der Gegenseite scharf und sprach von zermürbenden juristischen Taktiken. Die Journalistin habe lediglich geschildert, was ihr widerfahren sei. Ein Journalistenkollektiv verurteilte die Klage bereits im Vorfeld als Täter-Opfer-Umkehr.

Während die Verteidigung von Ménès auf eine Verschiebung des Termins drängt, fordert die Anwaltschaft Portolanos die Durchführung des Verfahrens. Parallel dazu erwartet Ménès im Zusammenhang mit den ursprünglichen Vorwürfen von 2016 ein weiterer Strafprozess.