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VW-Machtkampf eskaliert: Blume erwägt Hauptversammlung wegen Sparkurs und 4 Werken

Volkswagen Konzernzentrale und Unternehmensführung Aktuelle News

Der Sparkurs bei Volkswagen sorgt für harte Auseinandersetzungen im Aufsichtsrat.

Eskalation im Volkswagen-Aufsichtsrat droht

Bei Volkswagen steuert der Konflikt über das geplante Sparprogramm auf einen neuen Höhepunkt zu. Konzernchef Oliver Blume zieht in Erwägung, die Pläne im Notfall über eine außerordentliche Hauptversammlung von den Aktionären beschließen zu lassen.

Voraussetzung dafür ist ein erneutes Scheitern im Aufsichtsrat am 4. September. Bereits im Juli fand der Vorstand für seinen harten Sanierungskurs keine Mehrheit im Kontrollgremium, und auch ein neuer Vermittlungsversuch mit dem Land Niedersachsen blieb erfolglos.

Stellenabbau und Aus für vier deutsche Werke

Bereits vereinbart ist der Abbau von rund 50.000 Stellen in Deutschland bis 2030 bei Volkswagen, Audi, Porsche und CARIAD. Allein auf die Kernmarke Volkswagen AG entfallen davon 35.000 Arbeitsplätze.

Um die Kosten an das Niveau der Konkurrenz anzugleichen, nannte Blume rechnerisch ein weltweites Potenzial von weiteren 50.000 Stellen, betonte jedoch, dass dies keine starre Zielgröße sei.

Geplante Schließungen und Produktionsstopps

Die Einschnitte betreffen mehrere traditionsreiche Standorte in Deutschland. Nach aktuellen Plänen soll die Fahrzeugfertigung an vier Standorten schrittweise beendet werden:

VW-Machtkampf eskaliert: Blume erwägt Hauptversammlung wegen Sparkurs und 4 Werken
  • Emden und Zwickau: Auslaufen der Produktion bis 2031
  • Hannover: Produktionsende bis 2032
  • Neckarsulm: Ende der Fertigung bis 2034

Volkswagen Werk und Konzernführung
Volkswagen-Vorstand Oliver Blume bei der Vorstellung der Konzernstrategie.

Machtverhältnisse bei den Aktionären

Sollte der Aufsichtsrat die Pläne erneut ablehnen, benötigt der Vorstand auf einer Hauptversammlung eine Dreiviertelmehrheit von mindestens 75 Prozent der Stimmen.

Die Dachgesellschaft Porsche SE hält mit 53,3 Prozent der Stimmrechte die Mehrheit und fordert selbst tiefere Einschnitte. Zusammen mit dem Großaktionär Katar (17 Prozent) kommt dieser Block auf 70,3 Prozent.

Das Land Niedersachsen hält 20 Prozent der Stimmrechte und stellt sich gemeinsam mit den Arbeitnehmervertretern gegen den Kurs. Weitere 9,7 Prozent befinden sich im Streubesitz, womit eine Abstimmung unter den Anteilseignern denkbar knapp ausfallen würde.