VW plant Abbau von 50.000 Stellen: Experte warnt vor Qualitätsverlust bei Bewerbern
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Bei Volkswagen steht ein tiefgreifender Sparkurs mit massivem Personalabbau bevor.
Volkswagen steht vor einem tiefgreifenden Konzernumbau. Neben den bestehenden Sparprogrammen sollen weltweit 50.000 Stellen wegfallen.
Dieser harte Sparkurs gefährdet nicht nur das Vertrauen der Stammbelegschaft, sondern wirkt sich auch auf die künftige Personalgewinnung aus. Der Osnabrücker Wirtschaftspsychologe Uwe Kanning warnt vor spürbaren Folgen für den Wolfsburger Autobauer.
Verlust bei der Eignung neuer Mitarbeiter
Laut Kanning führt der Imageschaden eines Arbeitgebers nicht zwingend zu einem Rückgang der Bewerbungszahlen, wohl aber zu einer schlechteren Auswahl. Leistungsstarke Fachkräfte suchen sich zunehmend andere Optionen.
„Zu erwarten ist nicht unbedingt, dass die Anzahl der Bewerbungen deutlich sinkt, wohl aber die Eignung derjenigen, die sich bewerben“, sagte Kanning der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung.
Der „Zukunftsplan“: Schrumpfkurs für mehr Rendite
Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat sich einstimmig auf einen neuen „Zukunftsplan“ festgelegt. Das Management um Konzernchef Oliver Blume hat den Auftrag, Milliarden einzusparen und die Strukturen grundlegend zu verändern.
Die weltweite Jahresproduktion soll auf neun Millionen Fahrzeuge sinken. Zeitgleich peilt das Management eine operative Umsatzrendite von neun Prozent an.

Vier Produktionsstandorte unter Druck
Besonders die deutschen VW-Werke in Emden, Hannover und Zwickau sowie der Standort der Konzerntochter Audi in Neckarsulm sind von den Sparplänen betroffen. Der Vorstand kann für diese Fabriken ab den Jahren 2031 bis 2034 vorerst keine wettbewerbsfähige Folgebelegung garantieren.
Werksschließungen wurden vorerst nicht beschlossen. Ein Konzept für eine wettbewerbsfähige Produktionsstruktur in Europa soll bis Mitte 2027 vorgelegt werden. Für die vier gefährdeten Standorte werden alternative Nutzungskonzepte geprüft.
Warnung vor Hinhaltetaktik und Imageverlust
Die Ungewissheit belaste die Mitarbeiter psychologisch schwer, betont Psychologe Kanning. Über Jahrzehnte hinweg habe die Zugehörigkeit zu renommierten Großunternehmen wie VW den Beschäftigten einen hohen Selbstwert vermittelt.
„Dies wird gefährdet, wenn die Unternehmen nun vor allem als rückständig dargestellt werden“, so Kanning. Zudem warnt der Experte vor mangelnder Offenheit seitens der Führungsetage: Ein wiederholtes Hin und Her zerstöre die Glaubwürdigkeit und frustriere die Belegschaft deutlich mehr als eine transparente, ehrliche Kommunikation.
