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VW-Sanierungsplan steht: Merz warnt vor Verlust tausender Industrie-Jobs

VW-Betriebsversammlung mit Konzernchef Oliver Blume in Emden Aktuelle News

VW-Betriebsversammlung mit Konzernchef Oliver Blume am Standort Emden.

Der Aufsichtsrat von Volkswagen hat dem umstrittenen Sanierungspaket für den Autokonzern zugestimmt. Dem Beschluss waren monatelange Verhandlungen zwischen Vorstand, Arbeitnehmervertretung und dem Land Niedersachsen als Großaktionär vorausgegangen.

VW-Betriebsversammlung mit Konzernchef Oliver Blume in Emden
VW-Betriebsversammlung mit Konzernchef Oliver Blume in Emden

Das Management hatte angesichts des Drucks auf dem europäischen Automarkt massive Sparmaßnahmen gefordert. Die erzielte Einigung verhinderte eine weitere Eskalation im Aufsichtsrat und wendete einen offenen Machtkampf ab.

Merz warnt vor schleichendem Abbau von Industriearbeitsplätzen

Bundeskanzler Friedrich Merz äußerte sich erleichtert über den erzielten Kompromiss. Eine Zuspitzung bis hin zu einer außerordentlichen Hauptversammlung wäre für das Unternehmen fatal gewesen.

Gleichzeitig schlug Merz bei einem Auftritt in Langenhagen ernste Töne zur Lage der deutschen Wirtschaft an. Man verliere derzeit in großem Umfang Industriearbeitsplätze – ein Trend, den die Bundespolitik stoppen müsse.

Hohe Abhängigkeit in Niedersachsen

Der Kanzler unterstrich die Ausnahmestellung des Konzerns für Norddeutschland. Kein anderes Bundesland hänge wirtschaftlich so stark an einem einzelnen Konzern wie Niedersachsen.

Vom weiteren Kurs bei Volkswagen hängen nicht nur die Beschäftigten an den Montagelinien ab. Betroffen sind auch tausende Arbeitsplätze bei Zulieferern sowie im regionalen Mittelstand und Handel.

Hannovers Oberbürgermeister fordert Offensive für Werk Stöcken

Hannovers Oberbürgermeister Belit Onay reagierte deutlich skeptischer auf die Wolfsburger Beschlüsse. Er forderte verbindliche Perspektiven für das Werk Hannover-Stöcken und warnte vor einer reinen Schrumpfkur.

Ein Konzernvorstand dürfe den heimischen Industriestandort nicht kampflos aufgeben, so Onay. Reine Kürzungs- und Sparprogramme böten keine ausreichende Sicherheit für die Belegschaften.

Besonderes Potenzial sieht der Grünen-Politiker im Nutzfahrzeugbereich und bei Modellen wie dem vollelektrischen ID. Buzz. In diesem Segment sei der Wettbewerbsdruck durch chinesische Hersteller noch geringer, weshalb Volkswagen diese Marktchancen konsequenter nutzen müsse.