VW-Werk Osnabrück: Rüstungskonzern übernimmt Standort – Jobgarantie für 1.400 Beschäftigte bis 2029
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VW-Werk Osnabrück: Rüstungskonzern übernimmt Standort – Jobgarantie für 1.400 Beschäftigte bis 2029
Der Volkswagen-Konzern zieht sich vollständig aus dem traditionsreichen Werk in Osnabrück zurück. Der Standort im Stadtteil Fledder wird künftig zu einem Kompetenzzentrum für Sicherheits- und Verteidigungslösungen umgebaut.
Die Produktion des T-Roc Cabriolets endet wie geplant im Spätsommer 2027. Danach übernimmt der internationale Finanzinvestor Aurelius Capital in Kooperation mit dem israelischen Rüstungsunternehmen Rafael Advanced Defense Systems das Areal.
Volkswagen-Standort in Osnabrück.
Jobgarantie bis Ende 2029 für rund 1.400 Beschäftigte
Am Standort arbeiten derzeit rund 1.800 Menschen. Die getroffene Vereinbarung sichert knapp 1.400 von ihnen eine Beschäftigung bis mindestens Ende 2029 zu.
Durch Vorruhestandsregelungen und Altersteilzeit soll die Gesamtbelegschaft in der kommenden Zeit schrittweise auf 1.200 Stellen sinken. Auch für diesen verbleibenden Personalstamm gilt die Beschäftigungssicherung bis 2029.
Sämtliche Tarifverträge der Metall- und Elektroindustrie, Betriebsvereinbarungen und bestehende Arbeitsverträge behalten ihre Gültigkeit. Auch die Betriebsratsstrukturen bleiben unverändert bestehen.
Vertreter aus Politik, Betriebsrat und Belegschaft bei der Vorstellung der Zukunftspläne.
Politik und Betriebsrat stützen den Kurswechsel
Olaf Lies (SPD) betonte die strategische Bedeutung der Neuaufstellung. Deutschland und Europa müssten ihre Fähigkeiten in der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie stärken, während die Partnerschaft Arbeitsplätze an einem 125 Jahre alten Industriestandort halte.
VW-Gesamtbetriebsratsvorsitzende Daniela Cavallo und IG-Metall-Chefin Christiane Benner sprachen von einem wichtigen Meilenstein für die Region. Benner mahnte jedoch an, dass Volkswagen weiterhin in der Pflicht stehe, verlässliche Perspektiven für alle Beschäftigten zu schaffen.
Osnabrücks Oberbürgermeisterin Katharina Pötter (CDU) verwies auf einen Ratsbeschluss aus dem April: Der Beitrag zu Demokratie und Sicherheit sei mit der Identität als Friedensstadt vereinbar.
Kritik von Friedensaktivisten vor Ort
Scharfer Widerspruch kommt von der Initiative „Zukunftswerk Osnabrück“. Sprecher Jens Scheller kritisierte, dass künftig Rüstungsgüter in der Friedensstadt gefertigt werden, deren Einsatz in künftigen Konflikten unklar sei.
Die unterzeichnete Absichtserklärung leitet nun detaillierte Verhandlungen zwischen den Unternehmen, dem Betriebsrat und dem Land Niedersachsen ein, um die vertragliche Übernahme zu finalisieren.


