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VW-Werk Osnabrück wird Rüstungsstandort: 1.400 Jobs durch Einstieg von Rafael gerettet

VW-Werk Osnabrück wird Rüstungsstandort: 1.400 Jobs durch Einstieg von Rafael gerettet Aktuelle News

VW-Werk Osnabrück wird Rüstungsstandort: 1.400 Jobs durch Einstieg von Rafael gerettet

Das Volkswagen-Werk in Osnabrück wechselt die Branche: Statt Pkw sollen dort künftig Luftverteidigungssysteme gefertigt werden. Der Finanzinvestor Aurelius übernimmt gemeinsam mit dem Land Niedersachsen den traditionsreichen Standort, um ihn nach dem Auslaufen der Autoproduktion im Sommer 2027 in ein Rüstungszentrum umzuwandeln.

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Das Volkswagen-Werk in Osnabrück vor dem geplanten Umbau.

Als erster Industriepartner zieht der israelische Rüstungskonzern Rafael in das Werk ein. Rafael ist international vor allem als Entwickler des Raketenabwehrsystems Iron Dome bekannt und besitzt in Deutschland bereits den Rüstungsbetrieb Dynamit Nobel Defence.

Perspektive für 1.400 Beschäftigte

Aurelius wird an dem neuen Gemeinschaftsunternehmen die Mehrheit halten, während das Land Niedersachsen als Minderheitseigner einsteigt. Die genauen vertraglichen Details sollen in den kommenden Monaten finalisiert werden.

Für die Belegschaft bringt der Eigentümerwechsel Entlastung: Von den derzeit rund 1.800 Beschäftigten erhalten rund 1.400 eine langfristige Jobperspektive. Zudem gilt für diese Mitarbeiter eine Beschäftigungssicherung bis Ende 2029.

Rafael-Chef Yoav Tourgeman erklärte, das Ziel sei eine langfristige Fertigungspartnerschaft. Schutztechnologie für Deutschland und Europa solle künftig vollständig vor Ort in Osnabrück produziert werden.

Politischer Umweg wegen Großaktionär Katar

Dass der Standort nicht direkt an das israelische Unternehmen ging, hat strategische und politische Hintergründe bei Volkswagen. Ein Direktverkauf an Rafael scheiterte am Widerstand des VW-Großaktionärs Katar, der diplomatisch keine Normalisierung mit Israel pflegt.

Über die Konstruktion mit der Beteiligung von Aurelius und dem Land Niedersachsen konnte der Konzern den Ausstieg aus der dortigen Fertigung dennoch vertraglich regeln.

Vom Karmann-Traditionswerk zur Rüstungsschmiede

Das Osnabrücker Werk blickt auf eine lange Historie zurück. Ursprünglich gehörte die Fabrik dem Karosseriebauer Karmann, der legendäre Fahrzeuge wie das Käfer-Cabriolet oder den Karmann Ghia baute.

Nach der Karmann-Insolvenz im Jahr 2009 übernahm Volkswagen das Werk und nutzte es vorwiegend für Kleinserien und Cabrios. Ende 2025 lief dort bereits die Fertigung für Porsche-Modelle aus, der Bau des T-Roc Cabriolets endet planmäßig im Sommer 2027.