Wachstumsprognose steigt auf 1,4 Prozent: Ifo-Institut sieht überraschende Wende für deutsche Wirtschaft
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Wirtschaftsforscher heben ihre Erwartungen für das deutsche Wirtschaftswachstum spürbar an.
Nach einer langen Durststrecke korrigieren führende Wirtschaftsforscher ihre Erwartungen für Deutschland deutlich nach oben. Das Münchner Ifo-Institut rechnet für das laufende Jahr inzwischen mit einem Wirtschaftswachstum von 1,4 Prozent statt der bisher prognostizierten 0,8 Prozent.
Industrie treibt den Aufschwung an
Verantwortlich für die optimistischere Einschätzung ist vor allem der industrielle Sektor. Nach Belastungen durch hohe Energiepreise, globale Nachfrageschwächen, US-Zölle und Konkurrenzdruck aus China zieht die Produktion wieder an.
Die Münchner Ökonomen rechnen im laufenden Jahr mit einem Leistungsplus der Industrie von 1,8 Prozent. In dem aktuellen Bericht der Forscher heißt es dazu wörtlich: „Lichtblicke zeigen sich insbesondere in der krisengeplagten Industrie.“
Industrieproduktion und Wirtschaftslage in Deutschland
Infrastruktur, Verteidigung und Export als Motoren
Zwei zentrale Faktoren stützen die Konjunktur: gesteigerte staatliche Investitionen in die Infrastruktur sowie den Verteidigungssektor und ein überraschend robustes Auslandsgeschäft.

Mit dieser Einschätzung steht das Ifo-Institut nicht allein da. Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hob seine Prognose für 2026 von 0,5 auf 1,2 Prozent an. Auch Bundesbankpräsident Joachim Nagel hält ein Wachstum von rund einem Prozent mittlerweile für realistisch.
Erholung festigt sich nach Rezessionsjahren
Die jüngsten Quartalsdaten untermauern die Trendwende. Das Bruttoinlandsprodukt legte im ersten Quartal um 0,4 Prozent zu und wuchs im zweiten Quartal um weitere 0,3 Prozent.
Nach zwei Jahren mit schrumpfender Wirtschaftsleistung und einem Minimalwachstum von 0,2 Prozent im Vorjahr zeichnet sich eine nachhaltige Belebung ab. Dennoch bleibt die Lage fragil: Das DIW verweist auf eine nur zögerlich sinkende Arbeitslosigkeit, während das Ifo-Institut von einer Inflationsrate in Höhe von 2,8 Prozent ausgeht.

