Wahl in Sachsen-Anhalt: CDU-Amtsinhaber Sven Schulze gegen AfD-Mann Ulrich Siegmund
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Sven Schulze führt die CDU als Spitzenkandidat in die Landtagswahl.
In Sachsen-Anhalt entscheidet sich die politische Führung des Landes. Im Mittelpunkt des Wahlkampfs steht das direkte Duell zwischen Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) und AfD-Herausforderer Ulrich Siegmund. Das Kräfteverhältnis der weiteren Parteien bestimmt zudem die Optionen für eine künftige Regierungsbildung.
Sven Schulze (CDU): Der amtierende Ministerpräsident
Sven Schulze trat im Alter von 19 Jahren in die CDU ein und begann seine politische Laufbahn als Gemeinderatsmitglied in Heteborn. 2014 zog er über die Landesliste in das Europaparlament ein, bevor ihn der damalige Ministerpräsident Rainer Haseloff 2021 als Wirtschaftsminister in das Landeskabinett holte. Im selben Jahr übernahm Schulze den Landesvorsitz der CDU in Sachsen-Anhalt.
Sven Schulze, Ministerpräsident des Landes Sachsen-Anhalt und Spitzenkandidat der CDU.
Schulzes Weg an die Regierungsspitze
Haseloff schlug Schulze im August 2025 als Spitzenkandidaten vor und übergab ihm das Regierungsamt im Januar 2026 vorzeitig, um ihm den Amtsbonus zu sichern. Schulze suchte im Wahlkampf gezielt die Öffentlichkeit, unter anderem durch Auftritte mit Dieter Hallervorden sowie durch öffentlichen Widerspruch gegen Teile der Berliner Rentenreformpläne.
Koalitionen mit der AfD und der Linken schließt der 47-jährige Wirtschaftsingenieur aus. Sollte die AfD keine absolute Mehrheit erzielen und eine Regierungsbildung scheitern, drohen innerhalb der CDU intensive Richtungsdebatten. Schulze lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Magdeburg.
Ulrich Siegmund (AfD): Der Social-Media-Herausforderer
Ulrich Siegmund begann seine politische Aktivität ebenfalls mit 19 Jahren bei der CDU, wechselte jedoch 2014 zur AfD. Nach seinem Einzug in den Landtag 2016 stieg er 2022 gemeinsam mit Oliver Kirchner zum Fraktionsvorsitzenden auf.
Siegmund verfügt über eine erhebliche digitale Reichweite: Seinem TikTok-Kanal „Mutzurwahrheit90“ folgen über 820.000 Menschen, auf Instagram sind es mehr als 600.000 Abonnenten. Seine Kampagne setzt auf eine breite Unterstützung durch parteinahe Online-Netzwerke.
Ulrich Siegmund bei einer Wahlkampfveranstaltung in Naumburg (Saale).
Trotz eines nach außen betont positiven Auftretens griff Siegmund den Amtsinhaber scharf an und bezeichnete ihn im TV-Duell als „Flachzange“. Siegmund schließt Bündnisse mit anderen Parteien aus und strebt eine absolute Mehrheit an. Der 35-jährige Betriebswirt aus Tangermünde geriet zuvor durch Recherchen von „Correctiv“ zum Potsdamer Treffen 2023 sowie Vorwürfe parteiinterner Vetternwirtschaft in die Kritik.
Eva von Angern (Linke): Erfahrene Parlamentarierin
Eva von Angern gehört dem Landtag seit 24 Jahren an und leitet seit 2020 die Fraktion der Linken. Im Wahlkampf positionierte sie sich mit dem Slogan „Heimat ist für alle da“ als direkte Gegenspielerin zur AfD.
Eva von Angern, Fraktionsvorsitzende und Spitzenkandidatin der Linken.
Sollten andere Parteien eine Mehrheit abseits der AfD anstreben, kommt von Angern eine Schlüsselrolle zu. Die 49-jährige Volljuristin gilt als pragmatisch und wirkte zuletzt an einer gemeinsamen Parlamentsreform mit der Regierungskoalition mit.

Armin Willingmann (SPD): Zehn Jahre Regierungserfahrung
Der 63-jährige Armin Willingmann trat 2008 der SPD bei und ist seit zehn Jahren Minister in Sachsen-Anhalt, derzeit zuständig für Wissenschaft, Energie und Klimaschutz. Der promovierte Jurist zog 2003 als Rektor der Hochschule Harz aus Nordrhein-Westfalen in das Bundesland.
Armin Willingmann, Spitzenkandidat der SPD in Sachsen-Anhalt.
Angesichts knapper Umfragewerte nahe der Fünf-Prozent-Hürde stellte Willingmann seine Kampagne unter das Motto „Wir sind der Deich“. Damit wirbt die SPD um Stimmen, um eine regierungsfähige Mehrheit der AfD im Parlament rechnerisch zu verhindern.
Susan Sziborra-Seidlitz (Grüne): Einsatz um den Verbleib im Parlament
Susan Sziborra-Seidlitz war vor ihrem Eintritt bei den Grünen im Jahr 2010 in der PDS aktiv. Die 48-jährige gelernte Krankenpflegerin aus Quedlinburg steht seit 2025 erneut an der Spitze des Landesverbands.
Susan Sziborra-Seidlitz, Landesvorsitzende und Spitzenkandidatin der Grünen.
Ihre Kampagne fokussiert den Schutz vor einer AfD-Beteiligung unter dem Slogan „Nur mit Grün wird Zukunft draus“. Im Wahlkampf thematisierten Medien zudem die Vergangenheit ihres Ehemanns David Seidlitz, der in den 1990er-Jahren in Quedlinburg in der rechtsextremen Szene aktiv war.
Lydia Hüskens (FDP) und das BSW: Die weiteren Kräfte
Für die FDP tritt Infrastrukturministerin Lydia Hüskens an, die seit 2021 dem Kabinett angehört und auf liberale Themen wie Digitales und Bildung setzt. Die 62-jährige promovierte Historikerin kämpft um das Überschreiten der parlamentarischen Sperrklausel.
Lydia Hüskens, Spitzenkandidatin der FDP und Ministerin für Infrastruktur und Digitales.
Das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) tritt erstmals bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt an. Die Partei formiert eine Doppelspitze aus der 42-jährigen Historikerin Claudia Wittig von der Universität Halle-Wittenberg und dem Landesvorsitzenden Thomas Schulze, einem früheren Justizvollzugsbeamten.
Thomas Schulze und Claudia Wittig treten als Doppelspitze für das BSW an.
Erklärtes Ziel des BSW ist die Beendigung der CDU-Regierungsführung im Landtag von Magdeburg.







