Wahl in Sachsen-Anhalt: Umfragen sehen AfD bei bis zu 43 Prozent vor der CDU
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Podiumsdiskussion der taz im Moritzhof Magdeburg.
Die AfD steuert bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt auf einen deutlichen Vorsprung vor der CDU von Ministerpräsident Sven Schulze zu. Das Wahlergebnis im Bundesland gilt auch bundespolitisch als wichtiger Gradmesser für Bundeskanzler Friedrich Merz.
Podiumsdiskussion der taz im Moritzhof Magdeburg
Umfragewerte: AfD stabil über der 40-Prozent-Marke
In den Erhebungen vor dem Wahlsonntag setzte sich die vom Landesverfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestufte AfD klar von den Mitbewerbern ab. Die Forschungsgruppe Wahlen sah die Partei am 28. August bei 40 Prozent.
Infratest dimap ermittelte am 26. August 42 Prozent für die AfD, während das Institut Pollytix am 12. August sogar 43 Prozent verzeichnete. Die CDU lag in diesen Erhebungen mit Werten zwischen 22 und 23 Prozent weit abgeschlagen auf dem zweiten Platz.
Die Linke erreichte in den Befragungen elf bis 13 Prozent. Die SPD rangierte knapp über der Fünf-Prozent-Hürde, während Grüne und FDP um den Verbleib im Landtag kämpfen mussten.
Siegmund peilt Alleinregierung an
AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund will nach der Wahl die erste AfD-geführte Alleinregierung auf Landesebene bilden. Im Wahlkampf positionierte sich die Partei unter dem Schlagwort „Vision 2026“ gegen die anderen Parteien.
Gegenüber der Volksstimme und der Mitteldeutschen Zeitung stellte Siegmund klar, dass er eine tragfähige Mehrheit im Parlament verlangt. „Eine Stimme mehr ist mir ein bisschen wackelig. Ich brauche eine stabile Mehrheit“, betonte Siegmund.
Sollte die absolute Mehrheit ausbleiben, lehnte Siegmund Koalitionen mit etablierten Parteien ab. Er wolle keine Regierung mit Kräften bilden, die das Land über Jahrzehnte geprägt hätten.
Reaktionen und Warnungen vor der Wahl
CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze schloss personelle Zugeständnisse an die politischen Ränder strikt aus. Schulze erklärte im Wahlkampf, dass es unter seiner Führung keine Ministerposten für die AfD oder die Linke geben werde.
Vor dem Urnengang meldete sich auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Heiner Wilmer, in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu Wort. Er appellierte an die Mündigkeit der Wähler und betonte die unverhandelbare Würde jedes Menschen sowie den Schutz von Schwächeren und Migranten.
Der russische Deutschland-Experte Wladislaw Below erklärte gegenüber der Deutschen Presse-Agentur, dass Moskau einen klaren Wahlsieg der AfD und ein Ende der Brandmauer begrüßen würde, da man dort auf eine Neuausrichtung der deutschen Politik setze.

