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Wahl in Schweden: 176 zu 173 Sitze sorgen für Zitterpartie um die Regierung

Stimmabgabe und Auszählung bei der schwedischen Parlamentswahl Aktuelle News

Nach der Parlamentswahl in Schweden steht den Parteien eine komplizierte Regierungsbildung bevor.

Nach der Parlamentswahl in Schweden zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen den politischen Lagern ab. Nach Auszählung von 93 Prozent der Stimmen liegt das Mitte-Links-Bündnis um die sozialdemokratische Ex-Regierungschefin Magdalena Andersson mit 176 der 349 Sitze im Reichstag hauchdünn vorn.

Das konservativ-rechte Lager unter dem amtierenden Ministerpräsidenten Ulf Kristersson kommt nach vorläufigem Stand auf 173 Mandate. Ein endgültiges Ergebnis wird erst am Mittwoch erwartet, wenn die Briefwahlstimmen und Auslandswahlscheine vollständig ausgewertet sind.

Auszählung der Stimmen nach der Parlamentswahl in Schweden.

Verluste für die stärkste Kraft und die Schwedendemokraten

Anderssons Sozialdemokraten bleiben mit 28,1 Prozent die stärkste Kraft im Land, verlieren jedoch im Vergleich zur Wahl 2022 (30,33 Prozent) an Zustimmung. Kristerssons Partei Die Moderaten erreicht 19,9 Prozent (2022: 19,10 Prozent) und schiebt sich damit wieder auf Rang zwei vor.

Für die rechtspopulistischen Schwedendemokraten bedeutet das Resultat von 17,6 Prozent (2022: 20,54 Prozent) den ersten Verlust bei einer Parlamentswahl überhaupt. Parteichef Jimmie Åkesson erklärte, man habe zwar Prozentpunkte verloren, die Partei habe sich im Wahlkampf dennoch etabliert.


Politische Spitzenvertreter während des schwedischen Wahlkampfs.

Ergebnisse der kleineren Parteien

Dass Andersson eine Mehrheit anvisieren kann, liegt an den Ergebnissen der potenziellen Partner. Die Linkspartei erzielt 8,2 Prozent, die Zentrumspartei 7,1 Prozent und die Grünen 6,1 Prozent.

Aufseiten der aktuellen Regierungskoalition kommen die Christdemokraten auf 6,2 Prozent und die Liberalen auf 5,4 Prozent.

Wahl in Schweden: 176 zu 173 Sitze sorgen für Zitterpartie um die Regierung

Große Hürden bei den Sondierungsgesprächen

Die Regierungsbildung gilt in beiden Lagern als kompliziert. Im Mitte-Links-Spektrum blockiert die Zentrumspartei eine Kooperation mit den Linken.

Zentrumschefin Elisabeth Thand Ringqvist betonte im Vorfeld, eher Neuwahlen anzustreben als ein Kabinett mit der Linkspartei mitzutragen. Die Linken verlangen für ihre Stimmen hingegen feste Ministerposten.


Parteizentralen und Verhandlungsorte der schwedischen Parteien in Stockholm.

Minderheitskabinette als Option

Im bürgerlichen Lager fordert die Partei von Jimmie Åkesson mehr Einfluss, unter anderem in der Migrationspolitik. Kristersson hatte sich vor dem Urnengang offen für Verhandlungen über direkte Regierungsbeteiligungen gezeigt.


Das schwedische Parlamentsgebäude Reichstag in Stockholm.

Im schwedischen Parlamentarismus reicht für die Wahl ins Ministerpräsidentenamt das Ausbleiben einer absoluten Mehrheit an Gegenstimmen. Magdalena Andersson kündigte Gespräche mit allen Parteispitzen an – schloss die Schwedendemokraten dabei jedoch aus.