Wahldebakel in Sachsen-Anhalt: CDU verliert die Hälfte ihrer Stimmen – Rücktrittsforderungen gegen Schulze
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Wahldebakel in Sachsen-Anhalt: CDU verliert die Hälfte ihrer Stimmen – Rücktrittsforderungen gegen Schulze
Die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt sorgt für ein politisches Beben. Während die AfD mit Spitzenkandidat Ulrich Siegmund einen deutlichen Wahlsieg einfuhr, stürzte die CDU auf ein historisches Tief ab.
Für die Christdemokraten, die das Bundesland seit 24 Jahren ununterbrochen anführen, halbierten sich die Ergebnisse im Vergleich zur Wahl 2021 annähernd. Auf der CDU-Wahlparty in Magdeburg herrschte bei Bekanntgabe der ersten Prognosen Stille.
Sven Schulze auf der Wahlparty der CDU in Sachsen-Anhalt.
Offene Rücktrittsforderungen gegen Sven Schulze
Ministerpräsident Sven Schulze, der erst im Januar 2026 die Amtsgeschäfte von Reiner Haseloff übernommen hatte, räumte auf der Bühne die Niederlage ein. Nur wenig später wurden erste Stimmen laut, die seinen sofortigen Rückzug fordern.
Die CDU-Landtagsabgeordnete Eva Feußner erklärte, Schulze müsse Konsequenzen ziehen und vom Parteivorsitz zurücktreten, falls ihm das Land am Herzen liege. Auch der Landesvorstand der Jungen Union forderte in einem Beschluss den geschlossenen Rücktritt und eine zeitnahe Neuwahl der gesamten Landesführung.
Rückhalt erhielt Schulze am Wahlabend vorerst von Innenministerin Tamara Zieschang. Sie betonte, es brauche nun Stabilität und eine gründliche Aufarbeitung des Wahlergebnisses statt vorschneller Rücktritte.
Schwierige Mehrheitsverhältnisse in Magdeburg
Die Suche nach einer regierungsfähigen Koalition gestaltet sich kompliziert. AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund reklamierte den Regierungsauftrag für seine Partei und schloss nicht aus, dass Abgeordnete anderer Parteien im Landtag die Seiten wechseln könnten.
Union vor Grundsatzdebatte
Da keine der anderen Parteien mit der AfD koalieren will, bleibt für die CDU rechnerisch allenfalls ein Bündnis mit SPD, Grünen und Linken. Eine Zusammenarbeit mit den Linken gilt in Teilen der Union jedoch als rote Linie, da Parteiaustritte befürchtet werden.
Der stellvertretende Unionsfraktionschef Sepp Müller kommentierte die ersten Zahlen auf der Plattform X knapp mit dem Wort: „Katastrophe!“. Für die FDP endete der Abend mit dem Ausscheiden aus dem Landtag, wodurch auch die bundesweit letzte verbliebene FDP-Landesministerin Lydia Hüskens ihr Amt verlieren dürfte.

