Waldbrand-Drama im Hohen Venn: Evakuierungen an der Grenze zu Deutschland
Aktuelle News
Das Feuer im Hohen Venn hat sich auf über 2000 Hektar ausgebreitet.
Entspannung in Gey, Alarmbereitschaft in der Eifel
Nachdem eine Feuerwalze das Dorf Gey im Kreis Düren in der Nacht zu Freitag zur Flucht zwang, gibt es für die rund 2000 Bewohner nun Entwarnung: Sie dürfen in ihre Häuser zurückkehren. Lediglich Menschen mit Vorerkrankungen der Atemwege, wie Asthma, sollten aufgrund der anhaltenden Rauchentwicklung mit der Rückkehr vorsichtshalber bis zum nächsten Tag warten.
Großbrand im Hohen Venn erreicht kritische Ausmaße
Während sich die Lage in Gey beruhigt, spitzt sich die Situation im belgisch-deutschen Grenzgebiet dramatisch zu. Im Naturschutzgebiet Hohes Venn wütet eines der größten Waldfeuer in der Geschichte Belgiens. Die Flammen haben mittlerweile eine Fläche von über 2000 Hektar erfasst.
Waldbrand im Naturschutzgebiet Hohes Venn nahe der Grenze zu Deutschland.
Die Behörden haben bereits die Evakuierung der belgischen Ortschaften Küchelscheid und Leykaul eingeleitet. Auch in den Gemeinden Surbrot und Bütgenbach mussten rund 600 Menschen ihre Häuser verlassen.
Monschau bereitet sich auf den Ernstfall vor
In Deutschland reagiert die Stadt Monschau präventiv. Obwohl das Feuer aktuell noch etwa acht Kilometer von der Stadt entfernt ist, wurden Bewohner der Ortsteile Ruitzhof, Leyloch, Vennhof, Haus Sonnentau, Plattevenn sowie Geisberg dazu aufgerufen, sich auf eine mögliche Evakuierung vorzubereiten.

Einsatzkräfte bereiten Schutzmaßnahmen in den betroffenen Ortsteilen von Monschau vor.
Betroffen sind konkret 47 Häuser. Die Stadt betont, dass Anwohner persönlich vor Ort durch Mitarbeiter informiert werden, um sicherzustellen, dass keine wichtige Aufforderung übersehen wird. Für den Ortsteil Kalterherberg besteht derzeit laut Stadtverwaltung kein akuter Anlass zur Räumung, die Bevölkerung wird jedoch gebeten, die weitere Entwicklung aufmerksam zu verfolgen.
Rauchwolken über der Region Waimes durch den Waldbrand im Hohen Venn.
Einsatzkräfte verstärkt im Dienst
Die Rauchsäulen waren am Samstag bis in den Aachener Raum sichtbar. Neben den regionalen Feuerwehren wurde verstärkt Unterstützung aus ganz Belgien und Deutschland mobilisiert. Die Behörden haben in Belgien die Gebiete um Baelen, Jalhay, Waimes und Malmedy großflächig gesperrt.
Nach dem Waldbrand in Gey können die Bewohner in ihre Häuser zurückkehren.
Parallel dazu kämpfen Einheiten in anderen Teilen NRWs weiter gegen die hohe Waldbrandgefahr. So konnte die Feuerwehr in Königswinter bei Gratzfeld einen Vegetationsbrand auf einer Fläche von 300 Quadratmetern rechtzeitig löschen, bevor das Feuer auf den gesamten Bestand übergriff. Die Einsatzkräfte mahnen erneut zur strikten Einhaltung von Rauch- und Feuerverboten in Waldgebieten.




