Warum der 30 Jahre alte Vorwerk-Staubsauger auf dem Wochenmarkt zum Kultobjekt wird
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Matthias Pernt verkauft auf dem Wochenmarkt vor allem den klassischen Kobold 121.
Zwischen Gemüsehändlern und Blumenverkäufern auf dem Wochenmarkt sticht ein Stand besonders hervor. Hier werden keine Lebensmittel feilgeboten, sondern grüne Klassiker der Haushaltsreinigung: Vorwerk-Staubsauger. Ihr Hüter ist Matthias Pernt. Der 65-Jährige kennt die Geräte besser als manch anderer seine eigene Werkzeugkiste.
Der Kobold 121 ist ein gefragtes Modell an Matthias Pernts Marktstand.
Ein Oldtimer unter den Staubsaugern
Besucher bleiben stehen, betrachten die Geräte mit einer fast schon nostalgischen Aufmerksamkeit. „Ist das wirklich noch ein 121er?“, fragt eine Kundin. Pernt nickt. Das Modell wird längst nicht mehr hergestellt, doch es bleibt sein absoluter Dauerbrenner. Sein Stand wirkt wie eine Zeitreise, gefüllt mit Schläuchen, Bürsten, Filtern und Gebrauchtgeräten, die auch nach Jahrzehnten noch ihren Dienst tun.
Der Händler bietet neben den Geräten auch ein breites Sortiment an Zubehör an.
Vom Vertreter zum freien Händler
Pernt ist seit 1992 im Geschäft. In einer Ära, in der Vertreter noch von Haus zu Haus zogen und Wohnzimmer in Vorführräume verwandelten. „Früher gab es rund 6000 Vorwerk-Vertriebler in Deutschland, heute sind es vielleicht noch 500“, blickt er zurück. Mit der Umstellung von der D-Mark auf den Euro begann ein schleichender Wandel in der Branche.
Heute ist Pernt Rentner. Doch anstatt sich zur Ruhe zu setzen, betreibt er seit 2002 ein Gewerbe als freiberuflicher Händler. „Es macht einfach Spaß. Das Herumreisen, die Gespräche, die Begegnungen. Heute ist da kein Druck mehr, unbedingt verkaufen zu müssen“, erklärt er. Vor gut fünf Jahren übernahm er den Stand seines verstorbenen Vorgängers und führt die Tradition nun in eigener Regie fort.
Nachhaltigkeit statt Wegwerfmentalität
Dass seine Kunden nicht nur aus der Generation stammen, die Vorwerk noch als Statussymbol der 90er kennt, überrascht selbst ihn. Auch junge Eltern suchen gezielt nach den robusten Modellen. „Sie wollen keine Wegwerfprodukte, sondern Geräte, die auch nach Jahren noch zuverlässig funktionieren“, sagt Pernt. Für ihn ist die Sache klar: „Ein Vorwerk-Staubsauger ist der Mercedes unter den Staubsaugern.“
Selbst im Ausland begegnet ihm der Kultstatus der Marke. Auf Reisen in Thailand sah er die Geräte in privaten Haushalten wieder – ein Beleg für die weltweite Langlebigkeit der Marke. Heute teilt er seine Zeit flexibel zwischen seiner Frau, seinem Rentnerdasein und dem Marktstand auf. Dort, zwischen Kartoffeln und Blumen, bleibt er eine feste Größe – ein Mann, der seine Begeisterung für die alten grünen Maschinen nie verstauben ließ.


