Warum George Clooney die Schauspielerei für die Regie hinter sich lässt
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George Clooney bei der Arbeit an seinem Filmprojekt.
Mehr als nur vor der Kamera
George Clooney ist weltweit als charismatischer Schauspieler bekannt, doch sein Wirken hinter der Kamera wird oft unterschätzt. Mit Filmen wie „Good Night, and Good Luck“ – für den er sogar eine Oscar-Nominierung als bester Regisseur erhielt –, „The Ides of March“ und „The Monuments Men“ hat er sich als versierter Filmemacher etabliert.
Clooney gibt offen zu: Die Arbeit hinter der Kamera ist ihm mittlerweile wichtiger als die vor der Linse. Im Gespräch mit Sky News erläuterte er seine Motivation während der Arbeit an seinem Sportdrama „The Boys in the Boat“: „Es macht mehr Spaß und man hat deutlich mehr Kontrolle. Ich kann den Schauspielern sagen, was sie tun sollen, und muss selbst nicht lernen, wie man rudert.“
Die Erfüllung durch kreative Gestaltung
Für den Schauspieler ist Regie führen eine Form der kreativen Selbstverwirklichung, die mit zunehmendem Alter an Bedeutung gewonnen hat. „Es macht Spaß, morgens ans Set zu kommen, ein Drehbuch zu schreiben und dann zu sehen, wie jemand ein Set nach deinen Vorstellungen baut“, erklärt er. Er sieht es als großes Privileg an, als Künstler diese Kontrolle ausüben zu können.
„Wenn man älter wird, braucht man neue Herausforderungen. Man kann nicht immer nur das Gleiche tun“, so Clooney weiter. Er schätze sich glücklich, dass er seiner Leidenschaft in dieser Form nachgehen könne.

Ein chaotischer Start als Regisseur
Szenenfoto mit Jim und Chuck aus dem Film „Confessions of a Dangerous Mind“.
Dass Clooney heute neun Spielfilme inszeniert hat, war vor 25 Jahren keineswegs absehbar. Sein Regiedebüt im Jahr 2002, „Confessions of a Dangerous Mind“, entstand eher aus einer Notlage heraus als aus einem langfristigen Karriereplan.
Die Produktion über das Leben des Spielshow-Moderators Chuck Barris, der angeblich auch als CIA-Auftragskiller tätig war, stand unter keinem guten Stern. Das Projekt war jahrelang in der Entwicklungsphase gefangen, zahlreiche renommierte Regisseure wie David Fincher, Darren Aronofsky und David Cronenberg waren im Gespräch, bevor das Projekt immer wieder scheiterte.
Als die Produktion erneut vor dem Aus stand – acht Wochen vor Drehbeginn wurde das Budget gestrichen –, sprang Clooney ein. „Ich habe Regie geführt, weil das Projekt so oft gescheitert war, dass es sonst nicht realisiert worden wäre“, erinnerte er sich in einem früheren Interview. Mit den Erfahrungen aus seiner Kindheit, in der er oft am Set der Spielshow seines Vaters war, und dem Rat von Kollegen wie den Coen-Brüdern und Steven Soderbergh, rettete er den Film. Was als Notlösung begann, entpuppte sich letztlich als der Startschuss für eine neue Leidenschaft.

