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Warum Kalorienzählen oft versagt: Die Wahrheit über das Sättigungshormon Leptin

Chirurg Andrew Jenkinson bei der Arbeit Aktuelle News

Der Adipositas-Chirurg Andrew Jenkinson vom University College London Hospital.

Abnehmen scheitert meist nicht an mangelnder Disziplin im Fitnessstudio oder einer zu hohen Kalorienzufuhr. Das behauptet Andrew Jenkinson, Facharzt für Adipositas- und Magen-Darm-Chirurgie am University College London Hospital.

Laut Jenkinson liegt der Schlüssel zur effektiven Gewichtsreduktion in der Regulation des Hormons Leptin. Es übermittelt dem Gehirn Sättigungssignale und kurbelt bei korrekter Funktion den Stoffwechsel an.

Die Rolle von Leptin

Jenkinson führt jährlich rund 200 gewichtsreduzierende Eingriffe durch, darunter Magenbypässe und Schlauchmagen-Operationen. Seine Erfahrung zeigt: Wenn das Gehirn Leptin korrekt wahrnimmt, reduziert es den Appetit und reguliert das Körpergewicht.

Um den Leptin-Spiegel zu unterstützen, empfiehlt der Mediziner gezielte Lebensmittel:

  • Vollkornprodukte (Haferflocken, Reis, Vollkornpasta)
  • Gemüse (Brokkoli, Spinat, Karotten)
  • Zitrusfrüchte (z. B. Grapefruit)
  • Fisch (insbesondere Lachs)

Warum Zucker das System blockiert

Natürlich wird Leptin im Fettgewebe produziert. Theoretisch müsste bei mehr Fett auch mehr Leptin vorhanden sein, um den Appetit zu zügeln. Doch verarbeitete Lebensmittel, Zucker und raffinierte Kohlenhydrate stören diesen Prozess.

Warum Kalorienzählen oft versagt: Die Wahrheit über das Sättigungshormon Leptin

Diese Nahrungsmittel treiben den Insulinspiegel in die Höhe, was wiederum die Signalübertragung von Leptin hemmt. „Wenn man die Kontrolle über das Leptin verliert, kann das Gehirn nicht mehr einschätzen, wie dick oder dünn man ist“, erklärt Jenkinson. Das Gehirn erhält dann fälschlicherweise das Signal, der Körper sei untergewichtig, selbst wenn das Gegenteil der Fall ist.

Vom „Heißhunger-Surfen“ zur neuen Gewohnheit

Jenkinson bezeichnet stark verarbeitete Lebensmittel als „Droge“. Er rät dazu, diese konsequent gegen selbst zubereitete Mahlzeiten auszutauschen. „Ersetzen Sie ungesunde Snacks am Abend durch Gemüse mit etwas Salz“, so der Arzt.

Wer mit Heißhunger kämpft, dem empfiehlt er das „Heißhunger-Surfen“. Dabei wird das Verlangen bewusst wahrgenommen, ohne es sofort zu befriedigen. Wer das Gefühl aktiv beobachtet, stellt fest, dass es wie eine Welle ansteigt, dann jedoch an Intensität verliert und schließlich abebbt.