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Warum Waschmaschinen ein Sichtfenster haben – und Geschirrspüler meist nicht

Portrait von Meret Steiger Ratgeber & Tipps

Meret Steiger ist Redaktorin für die Bereiche Wohnen und Mobilität.

Waschmaschinen besitzen seit Jahrzehnten ein Bullauge, während Geschirrspüler in der Regel hinter einer soliden Tür verschwinden. Diese Diskrepanz warf 2023 bei Lesern des britischen «Guardian» zahlreiche Fragen auf.

Während einige Nutzer spekulieren, das Fenster diene lediglich dazu, vergessene feuchte Wäsche zu entdecken, vermuten andere rein ästhetische Gründe: Die rotierende Wäsche wirkt hypnotisch, während stillstehendes Geschirr im Korb kaum einen Anreiz zum Zusehen bietet. Ein weiterer Faktor bleibt die Ästhetik des Schmutzes – Essensreste in einem Fenster zu sehen, dürfte für die meisten Haushalte wenig erstrebenswert sein.

Das Bullauge: Ein Standard seit 1937

Der Blick in die Industriegeschichte zeigt, dass das Bullauge keine moderne Erfindung ist. Bereits die Bendix Home Laundry von 1937, eine der ersten vollautomatischen Waschmaschinen, setzte auf eine runde Glastür.

Ein US-Patent aus den 1960er-Jahren verdeutlicht die Funktion: Das Glas dient dazu, den Waschvorgang und die Bewegung der Textilien in der Trommel zu überwachen. Zudem erfüllen moderne Glastüren bei Frontladern eine konstruktive Aufgabe: Sie wölben sich nach innen und verhindern so einen «toten Raum» zwischen Gehäuse und Trommel, in dem sich Kleidungsstücke verfangen könnten.

Warum Waschmaschinen ein Sichtfenster haben – und Geschirrspüler meist nicht

Warum Geschirrspüler blickdicht bleiben

Bei Geschirrspülern ist die Lage komplizierter. Ein Sichtfenster ist technisch möglich, jedoch mit erheblichem Aufwand verbunden. Whirlpool-Patente zeigen, dass eine solche Scheibe wasserdicht verbaut werden müsste und strenge Anforderungen an die Schalldämmung erfüllen muss. Lösungen mit Verbundglas oder Vakuumisolierung sind teuer und fehleranfällig.

Zudem hat sich das Küchendesign in den letzten Jahren gewandelt. Vollintegrierte Geschirrspüler verschwinden heute fast ausnahmslos hinter einer Möbelfront, was den Wunsch nach einem Fenster obsolet macht.

Ausnahmen bestätigen die Regel

Dennoch gibt es Nischenprodukte. Hersteller wie Kitchenaid haben Modelle mit getönten Fenstern und Innenbeleuchtung auf den Markt gebracht, und auch kompakte Tischgeräte verfügen gelegentlich über ein Sichtfenster. Dennoch bleiben diese Geräte eine Ausnahme. Der Standard in der modernen Küche bleibt die geschlossene Front.

Meret Steiger
Meret Steiger.