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Wasser-Dürre-Preise: Droht Kunden in England eine „Surge Pricing“-Falle?

Surfer am Strand halten Schilder hoch, darunter eines mit der Aufschrift „Sick of Sewage“. Aktuelle News

Surfer demonstrieren gegen die Wasserqualität und die Geschäftspraktiken der Versorger.

Die Regulierungsbehörde Ofwat in England und Wales prüft derzeit ein kontroverses Modell zur Preisgestaltung: Wasserversorger könnten künftig berechtigt sein, ihre Tarife während Dürreperioden zu erhöhen. Ziel dieser Pläne ist es, den Wasserverbrauch durch finanzielle Anreize zu senken – ein Prinzip, das stark an „Surge Pricing“ erinnert, wie man es von privaten Fahrdiensten bei hoher Nachfrage kennt.

Surfers on a beach hold up signs including one that says: ‘Sick of Sewage’
Surfer am Strand halten Schilder hoch, darunter eines mit der Aufschrift „Sick of Sewage“.

Massive Kritik an der Branche

Die Vorschläge stoßen auf scharfe Ablehnung, insbesondere vor dem Hintergrund jüngster Ereignisse. Premierminister Andy Burnham kritisierte die Wasserunternehmen unlängst scharf und warf ihnen vor, Kunden als „Blankoscheck“ zu behandeln. Erst kürzlich erhielten über ein Dutzend Unternehmen die Genehmigung, ihre Gebühren weiter zu erhöhen.

Fünf Versorger – darunter Thames Water, Southern Water und Severn Trent – dürfen ihre Preise nun schneller anheben als ursprünglich geplant. Das zusätzliche Kapital soll in die marode Infrastruktur und notwendige Reparaturen fließen.

Dürre vs. Leckagen

Die Debatte um Preisaufschläge bei Trockenheit verschärft den öffentlichen Zorn. Während fast drei Viertel Englands und ganz Wales diesen Sommer offiziell von Dürre betroffen waren, stehen die Unternehmen wegen massiver Wasserverluste durch undichte Rohre in der Kritik. Aktivisten weisen darauf hin, dass die durch Leckagen verlorenen Mengen die Einsparungen eines landesweiten Gartenschlauch-Verbots bei weitem übersteigen.

Ein Sprecher von Ofwat verteidigte die Überlegungen: „Ein effizienter Umgang mit Wasser liegt im Interesse aller. Wir prüfen Optionen, die eine größere Berücksichtigung von Wasserknappheit ermöglichen und Innovationen bei den Tarifen fördern.“

Wasser-Dürre-Preise: Droht Kunden in England eine „Surge Pricing“-Falle?

Laufende Tarif-Tests

Einige Unternehmen testen bereits alternative Abrechnungsmodelle:

  • South West Water: Erprobt einen „steigenden Blocktarif“, bei dem ein Basisverbrauch günstig bleibt, während bei höherem Verbrauch der Preis pro Einheit progressiv ansteigt.
  • Anglian Water: Testet saisonale Tarife, bei denen Wasser im Sommer teurer ist als in den Wintermonaten.

Laut Regierungsangaben gibt es aktuell keine Pläne für eine landesweite Einführung von dynamischen Wasserpreisen. Die Regierung betont vielmehr, dass die Gelder zweckgebunden in die Infrastruktur fließen müssen, um die Wasserversorgung langfristig zu sichern.

Verbraucherschützer fordern Fairness

Andy White vom Consumer Council for Water (CCW) sieht in neuen Tarifstrukturen zwar eine Chance zur Bedarfssteuerung, mahnt jedoch zur Vorsicht. „Jeder neue Ansatz muss fair sein und diejenigen schützen, die bereits unter den steigenden Wasserkosten leiden“, so White. Er betont, dass die aktuellen Testläufe nicht darauf ausgelegt seien, zusätzliche Gewinne für die Unternehmen zu generieren.

Die Branche selbst, vertreten durch Water UK, signalisiert Diskussionsbereitschaft. Man prüfe Wege, Kunden durch Anreize beim Wassersparen zu belohnen – etwa durch den Wegfall von Grundgebühren oder Rabatte für sparsame Haushalte.